Schmithof - Kritik an Windpark im Münsterwald ebbt nicht ab

Kritik an Windpark im Münsterwald ebbt nicht ab

Von: chc
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Schmithof. Bei einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative „Kein Windpark im Münsterwald” in Schmithof wurden die von der schwarz-grünen Ratsmehrheit forcierten Pläne, im Münsterwald einen Windpark zu bauen, kritisiert.

Rund 100 Bürger kamen zu der Veranstaltung. Volker Rubach von der Bürgerinitiative ging zunächst auf die Dimensionen der zehn geplanten Anlagen, die er in ihrer Gesamtheit als „Megawindpark” bezeichnete, ein.

Laut Rubach addierten sich die Nabenhöhe der Räder in einer Höhe von 160 Metern mit dem Rotoren-Radius von bis zu 62 Metern auf eine Gesamthöhe von 222 Metern pro Anlage. Was die Auswirkung auf die Umwelt angeht, wurde kritisiert, dass zumindest während der Bauphase die Hälfte des 172 Hektar großen Münsterwaldes gerodet werden müsse. Und auch mit Blick auf die Fundamente der Anlagen, für die etwa 5000 Quadratmeter Beton benötigt würden, sagte Rubach: „Da wird vieles zu Grabe getragen.”

Ulrike Firmstone und Hildegard Rubach stellten in ihren Vorträgen die Auswirkungen der Windräder auf Mensch und Tier in den Mittelpunkt. Neben den bekannten Schlagschatten, die die Rotoren in die umliegenden Häuser werfen und dem Hinweis, dass die Überlandleitungen, die zum Abtransport des Stroms benötigt werden, im Verdacht stehen, das Krebsrisiko zu erhöhen, geht es vor allem um den so genannten Infraschall. Laut den Projektgegner handelt es sich dabei um Frequenzen, die für das Ohr nicht hörbar sind, sich aber in der Magengegend bemerkbar machen. Die Infraschall-Belastung der Windräder können bis zu acht Kilometer in die Umgebung reichen, als mögliche folgen werden Depressionen und Konzentrationsstörungen genannt.

Zudem begründen die Gegner ihre Ablehnung des Projekts damit, dass es zu einer Gefährdung ohnehin bedrohter Vogelarten führe. Und nicht zuletzt führe der geplante Windpark zu fallenden Grundstücks und Häuserpreisen in der Umgebung.

Neben den Gegnern des Windparks im Münsterwald, meldeten sich auch einige Befürworter des Projekts zu Wort. Die Diskussion verlief zeitweise hitzig.

Eine Anfrage beim städtischen Presseamt ergab, dass dort mit anderen Zahlen in Sachen Dimensionen der Windräder gerechnet wird.

„Die Anlagen werden inklusive Rotoren voraussichtlich 180 Meter hoch sein”, sagt Pressesprecher Axel Costard.

Für den Bau der Windräder würden zudem nur vier bis fünf Hektar dauerhaft abgeholzt, während der Bauphase seien es acht bis neun Hektar. „Das sind fünf Prozent des Waldes”, sagt Costard.

Bis zur Realisierung des Projekts werde noch einige Zeit vergehen, in der derzeitigen Phase gehe es darum, den Flächennutzungsplan zu ändern. Costard: „Wenn es läuft wie geplant, könnte das im Frühjahr/Sommer 2012 abgeschlossen sein.”

Danach gehe das Projekt in die so genannte Offenlage, wo sich für die Bürger noch einmal die Möglichkeit bietet, Anregungen und Kritik zu äußern.

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