Aachen - Kritik am Kibiz und ein weiterer Aufzug

Kritik am Kibiz und ein weiterer Aufzug

Von: Sarah Siemons
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Seit rund zehn Jahren wartet Richterich auf eine neue Jugendeinrichtung. Und jetzt verzögert sich der Neubau an der Grünenthaler Straße erneut.

Der Grund: Die aktuellen Pläne sehen für das zweistöckige Haus keinen Aufzug vor. Die Offene Türe wäre damit nicht behindertengerecht. Absolut inakzeptabel wie der Kinder- und Jugendausschuss einstimmig befand.

„Es kann nicht sein, dass eine neue Einrichtung nicht für alle gleich gut zugänglich ist. Vor allem weil ein Aufzug nicht einmal zehn Prozent der Gesamtbaukosten bedeuten würde”, sagt Hilde Scheidt (Grüne). Ein Lift würde zusätzliche Kosten von rund 65.000 Euro mit sich führen. Insgesamt umfasst das Bauvorhaben 768.000 Euro. Darin enthalten: ein zweigeschossiger Mehrzweckraum, der sich schon allein durch seine Höhe für viele außergewöhnliche Aktivitäten eignet. Die neue Offene Tür wird zudem als Passivhaus und somit als sehr energiesparendes Gebäude geplant.

„Wir vergeben eine große Chance, wenn wir nicht allen Jugendlichen die gleichen Zugangsvoraussetzungen bieten. Ein Aufzug ist also zwingend erforderlich”, sagte Marin Künzer (SPD). Und so stimmte der Ausschuss dem Entwurf nur mit einer entsprechenden Ergänzung zu. „Die zeitliche Verzögerung, die entsteht, müssen wir in Kauf nehmen. Schließlich ist sie im Interesse aller”, erklärte Ruth Wilms (CDU).

Nicht ganz so einig waren sich die Politiker allerdings beim Punkt Kibiz. Denn der Erfahrungsbericht aus den Tagespflegeeinrichtungen von Gabriele Niemann-Cremer (Arbeiter Wohlfahrt) zum neuen Kinderbildungsgesetz zeigte neben einigen positiven, vor allem viele negative Aspekte. Ungünstige Buchungszeiten von 25, 35 oder 45 Stunden, die so mancher Familie die Planung erschwere. Die große Verunsicherung der pädagogischen Mitarbeiter, vor allem der Kinderpflegerinnen, die sich nach dem neuen Gesetz nachqualifizieren müssen.

Und nicht zuletzt die Auswirkungen auf die Träger (die AZ berichtete). „Ich bin erschüttert, dass sich aus der Neuerung so viele Nachteile für die Eltern, die Kinder und die Mitarbeiter ergibt”, sagte Hilde Scheidt. „Man kann doch ein Gesetz noch nicht nach wenigen Monaten kritisieren. So ein Fazit darf frühestens nach einem Jahr gezogen werden”, entgegnete Ruth Wilms. Dennoch fasste Elke Münich, Leiterin des Fachbereichs Jugend und Bildung, am Ende die Ausführungen zum Kibiz zusammen: „Kibiz gibt einfach nicht das her, was wir heute brauchen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert