Krisengipfel zwischen Alemannia und Polizei

Von: Stephan Mohne
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Alemannia-Aufsichtsrats-Chef Christian Steinborn. Foto: Schmitter/Jaspers
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Polizeipräsident Dirk Weinspach. Foto: Schmitter/Jaspers

Aachen. Polizeipräsident Dirk Weinspach persönlich hatte sich Alemannia vorgeknöpft und harsche Kritik an der Rehabilitierung der „Karlsbande“ durch Geschäftsführer Alexander Mronz und am Verbot eines Anti-Nazi-Banners geübt.

Von „einem falschen Zeichen zur falschen Zeit“ war die Rede. Ähnliche Kritik kam seitens des renommierten Politologen Richard Gebhardt in einem Gespräch mit der AZ. Nur Mronz selber ließ jegliche Anfrage unbeantwortet. Nicht verhallt ist die Kritik – und das einmal mehr bundesweit negative Medienecho auf Alemannias „Fanpolitik“ – bei den Spitzen des Vereins.

Sie haben umgehend den Polizeipräsidenten um ein Gespräch gebeten. Und so kam es am Freitag gleich zu zwei Spitzenbegegnungen – auf dem Rasen bei Viktoria Köln und am Runden Tisch zwischen dem Polizeipräsidenten und dem Leiter der „Direktion Einsatz“, Helmut Lennartz, auf der einen sowie Alemannia-Präsident Heinz Maubach und Aufsichtsratschef Christian Steinborn auf der anderen Seite. Der Auslöser der Kritik allerdings war nicht dabei: Alexander Mronz.

Am späten Nachmittag war es dann die Polizei, die per Mitteilung eine Bilanz des Gesprächs zog. Im Kern sei es um einen Austausch über die „Notwendigkeit, klare Botschaften an die Fangruppen zu senden“, gegangen. Und da ist man offenbar zu einem einmütigen Ergebnis gelangt, wenn man den Worten von Polizeisprecher Werner Schneider folgt. Zunächst einmal sei das Gespräch ein „von beiden Seiten als positiv und konstruktiv empfundener Dialog“ gewesen. Es habe Einigkeit darin bestanden, „dass seitens des Fußballvereins klare Botschaften an die Fangruppen ergehen: keine Gewalt, klare Absage an Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“. Da geht offensichtlich die Vereinsspitze jetzt deutlich in die Offensive. Kein Wunder, schließlich pfeifen die Spatzen laut vom Dach, dass man auch in den Alemannia-Gremien nicht unbedingt einverstanden mit dem Vorgehen von Mronz war – um es vorsichtig auszudrücken.

Laut Polizei hat Steinborn am Freitag bereits Initiativen angekündigt. Und der Polizeipräsident habe einen „Problemkatalog“ übergeben, „dessen Inhalt bei den Vertretern von Alemannia Aachen auf offene Ohren stieß“. So hätten beide Seiten vereinbart, Bereiche wie die „konsequentere Nutzung von Stadion- und Hausverboten, die Qualität und Quantität des eingesetzten Ordnerdienstes sowie insbesondere eine verstärkte Fanbetreuung in den bereits terminierten weiteren Dialogen zeitnah anzugehen“. Zeitnah wird wohl auch bei Alemannia Tacheles geredet. Am kommenden Donnerstag trifft sich der Aufsichtsrat. Und dieses Thema soll ganz oben auf der Tagesordnung stehen.

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