„Kreuzweg der Arbeit“: Gut 100 Teilnehmer setzen ein Zeichen

Von: Daniel Gerhards
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Solidarität bekundet: Beim Kreuzweg der Arbeit zogen gestern Abend gut 100 Teilnehmer zum Bombardier-Werk. Dort wurden Bibelstellen zitiert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. So richtig zu schleppen hatte nur einer: Denn das Kreuz, das die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) gebaut hatte, ist aus massivem Holz. Mit diesem Symbol für das „Leiden der Arbeitnehmer“ zogen am Donnerstag rund 110 Teilnehmer beim „Kreuzweg der Arbeit“ zu Unternehmen, bei denen Arbeitsplätze bedroht sind beziehungsweise die schon längst geschlossen sind.

 Beim Tragen des Kreuzes wechselte man sich immer wieder ab – sonst wäre es wohl schlicht zu schwer gewesen.

Im Mittelpunkt stand dabei die Solidaritätsbekundung mit den Mitarbeitern von Bombardier. Der Demonstrations-Marsch ging von der Kirche St. Martin zum Bombardier-Werk, zum ehemaligen Kaiserbrunnen-Sitz und zum DGB-Haus. Der Abschluss fand in der Kirche St. Elisabeth statt.

Den Kreuzweg beschreitet die KAB in Aachen bereits seit 1982. „Damals ging es um die Ankündigung der Vegla, 2500 Mitarbeiter der deutschen Gruppe entlassen zu wollen“, sagt Willi Carlitz, KAB-Bezirksleiter. Und auch heute habe man Anlass zum Protest: Immer noch seien die Arbeitnehmer „Zwängen von oben“ ausgeliefert, und Arbeitsplätze würden wegen „höheren Renditen“ für die Unternehmen abgebaut.

KAB-Sekretär Dirk Langenbach erklärt, dass dies auch im Fall von Bombardier so gewesen sei: „Bombardier hat beschlossen, dass irgendein Werk geschlossen werden muss. Dann hat man einfach Aachen genommen. Hier erwartete man den geringsten Widerstand“, sagt Langenbach. Doch der Widerstand war groß: Es gibt die Mahnwache, und viele Aachener haben sich solidarisch erklärt. „Damit hat die Firmenleitung nicht gerechnet“, sagt Langenbach.

Zur aktuellen Entwicklung bei Bombardier meint er, dass es zunächst um „vernünftige Konditionen“ in der Talbot GmbH gehen müsse. Nach aktuellem Stand würden ein Drittel der Beschäftigten – wenn man die Leiharbeiter mitrechnet – in die Gesellschaft übernommen. „Die Situation ist schlimm für die Belegschaft. Keiner weiß, ob er bleiben kann oder nicht“, sagt Langenbach. Zudem wisse niemand, ob diese Firma auch in ein paar Jahren noch existiert. Beim Kreuzweg gehe es besonders um die Situation der „einfachen Arbeiter“. Langenbach: „Sie müssen oft in die Leiharbeit.“

Wichtig ist für Carlitz, dass man mit dem Kreuzweg hinaus auf die Straße geht: „Das findet nicht in geschlossenen Kirchenräumen statt, weil es um die Leiden der Menschen geht, die uns täglich auf der Straße begegnen.“

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