Düsseldorf/Aachen - Kreuz und quer durch die Oper

Kreuz und quer durch die Oper

Von: Armin Kaumanns
Letzte Aktualisierung:
12069602.jpg
Tach auch: Bei ihrem Besuch im „Opernbaukasten“ der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf trafen die Kinder der Kita Schurzelter Straße TV-Star Malte Arkona. Für ihn gab‘s selbst gebastelte „Toitoitoichen“. Wer will, kann ihn übrigens bald auch wieder in Aachen sehen, zum Beispiel beim Familienkonzert „Manege frei für Malte“ im Theater Aachen am 26. Juni.
12069706.jpg
Auf Abenteuerreise: die Gruppe aus Laurensberg mit Anna-Mareike Vohn. Ihre Kinder besuchen nicht nur die Kita, sie ist passenderweise auch die Leiterin der „Jungen Oper am Rhein“ und hat den „Opernbaukasten“ konzipiert.
12069730.jpg
Spannende Stationen: Die Kinder erlebten hinter den Kulissen – wie hier in der Maske – alle Vorbereitungen für die „Entführung aus dem Serail“.

Düsseldorf/Aachen. Franz hat Kokosnuss dabei. Das ist ein kleiner Drache aus Plüsch, ein Verwandter vom Urmel aus dem Eis. Der kann fliegen und musste unbedingt mit in die große fremde Stadt.

Sein menschlicher Freund Franz ist ganz schön gespannt, denn er ist ziemlich früh aufgestanden an diesem Sonntag, damit er jetzt um zehn hier vor dem großen Haus stehen kann, im Kreis seiner Freundinnen und Freunde aus der Kita Schurzelter Straße in Laurensberg. Kokosnuss hilft bei der Aufregung. Denn Franz wird, wie die meisten Vorschulkinder aus seiner Gruppe, das erste Mal in seinem Leben in die Oper gehen, genauer gesagt in die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf.

Ein paar Regeln gibt‘s auch

Anna-Mareike Vohn hat sich als Leiterin der „Jungen Oper am Rhein“ mit ihren Kolleginnen den „Opernbaukasten“ ausgedacht. Das ist so etwas wie Oper für Kinder. Und weil Frau Vohn auch Mutter ist und ihre Sprösslinge in die Kita Schurzelter Straße gehen, hat sie die Großen unter den Kleinen eingeladen, so einen Opernbaukasten mal zu besuchen.

Die Sparkasse hat die Karten gesponsert, die Eltern haben Fahrgemeinschaften gebildet und die Kleinen nach Düsseldorf gebracht. Jetzt stehen alle da, wo sonst nur die reingehen, die in der Oper arbeiten: vor dem Bühneneingang. Und da kommt auch schon Malte Arkona vorbei, grüßt lustig und sagt im Hineingehen „bis gleich“. Zuerst aber erklärt Anna-Mareike Vohn die Regeln: zusammenbleiben, keinen Krach machen, Augen und Ohren aufsperren und ruhig alles fragen. Dann verabredet sie noch, dass sie gleich dem Mann hinter der Glasscheibe zusammen einen guten Morgen wünschen. Und dann geht’s los.

Der Pförtner ist jetzt endgültig wach. So einen Morgengruß hat er noch nie gekriegt, 19 helle Kehlen können ganz schön erfrischend sein. Da sind die Kinder auch schon weiter, zwängen sich durch enge Gänge, treppauf, treppab durch schwere Türen und landen schließlich über eine steile Stiege geradewegs auf der Bühne.

Hier schleppen Männer große Kisten herum, von ganz weit oben schweben Diskokugeln herab, die schwarzen Wände sind voller Kabel, Lampen, Bildschirme. Und hinterm weißen Strich, über den kein Kind treten darf: die Bühne. Ein kleines Gebirge mit nur vorne angemalten Säulen, eine Frau im pinken Kleid schreit hohe Töne, ein Mann in Pluderhosen kommandiert herum – und da ist auch wieder Malte Arkona, den wohl fast jedes Kind vom Tigerenten-Club – oder auch von den Kurpark Classix in Aachen – kennt.

Der Tenor hat keine Stimme mehr

Er ist schon aufgeregt, erklärt in die leuchtende Augenschar hinein, dass er jetzt noch schnell Text lernen muss und gleich auf der Bühne steht. Er bekommt eine Handvoll „Toitoitoichen“ aus Laurensberg, jedes Kind hat eins gebastelt. Auch Elena, eine Sängerin, bekommt welche. Später auch die Frau an Schaltern und Mini-Fernsehern, Svenja, die Inspizientin, sowie die schwarzhaarige Anna, die vor einem großen Spiegel sitzt und geschminkt wird, denn auch sie wird gleich singen.

Ebenfalls Philipp, der Mann in Pluderhosen, der heute zum ersten Mal auf der Bühne steht, weil ein Tenor keine Stimme mehr hat. Und einen Blick in den noch leeren Orchestergraben dürfen die kleinen Gäste aus Aachen auch noch werfen, bevor es zurück ins Foyer und später in den großen Saal geht.

Autogramme und Selfies

Dort sind ganz viele andere Kinder mit ihren Eltern, das Orchester spielt, die Sänger singen ganz hohe und tiefe Töne. Franz und Kokosnuss sitzen im Dunkeln und haben rote Bäckchen. Denn bei der Oper „Die Entführung aus dem Serail“ von Mozart geht auch auf der Bühne ziemlich viel durcheinander. Franz freut sich jetzt schon auf hinterher. Da hat Anna-Mareike Vohn Autogramme versprochen. Von Malte und Elena und Philipp. Das ist aber noch ein ziemliches Gedränge im Foyer, weil die anderen Kinder ja auch welche wollen. Und Selfies machen. Und staunen, staunen, staunen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert