Kreissynode befasst sich mit gesellschaftlichen Veränderungen

Von: Kristina Toussaint
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Aachen. Auf der Kreissynode kommen jährlich rund 120 Delegierte aus den 13 Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Aachen zusammen.

Neben der Reflektion über Vergangenes und dem Treffen von Beschlüssen wird vor allem über ein aktuelles gesellschaftliches Thema beraten. Am vergangen Wochenende wurde die diesjährige Synode eingeläutet. Das Leitthema: Der demografische Wandel – betrachtet nicht als Krise, sondern als Chance. Der Anstieg des Anteils älterer Menschen an unserer Gesellschaft sei keine Bedrohung oder Katastrophe, sagte der Sozialwissenschaftler Professor Dr. Gerhard Bäcker. Es liege jedoch an der Gemeinschaft vor Ort, gegenseitige Unterstützungsleistungen zu bringen, um ein selbstbestimmtes Wohnen und Handeln zu ermöglichen.

Und zu dieser Gemeinschaft gehöre auch die Kirche. Innerhalb der von der Politik geschaffenen Rahmenbedingungen kann die Kirche dabei von einer ziemlich guten Ausgangsposition aus agieren: Gemeindehäuser und Kirchenvertreter bieten bereits eine hervorragende Infrastruktur für die gemeinsame Quartiersarbeit vor Ort. Zwei Initiativen leisten bereits vorbildliche Koordinationsarbeit in der Region: die „Evangelische Initiative engagiert älter werden“ bietet älteren Menschen in der Stadt eine Plattform, während das „Netzwerk an Urft und Olef“ Raum und Koordination für die Umsetzung eigener Interessen in der Eifel bereitstellt. Zu „Seniorencafés“ wird hier längst nicht mehr eingeladen. Vielmehr soll die Möglichkeit geschaffen werden, sich mit anderen auszutauschen und Kenntnisse an andere weiterzugeben.

In der Eifel sind im Rahmen des „Netzwerkes“ inzwischen bereits rund 450 Menschen aktiv. Offen sind die Angebote dabei für alle, nicht nur für Kirchenmitglieder. Eine erfreuliche Entwicklung, findet Pfarrer Erik Schumacher. In Anbetracht des Rückgangs an Gemeindemitgliedern profitiere die Kirche von dieser Öffnung. Zugleich werde unter den Bürgern das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. „Nachbarschaftshilfe wird wieder selbstverständlich“, so Renate Weidner von der Stabsstelle für Kirche und Diakonie.

Weitere Ideen für „Weitsicht und beherztes Handeln“ – so der Titel der Begleitschrift – wurden in Werkstattgruppen während der Kreissynode ausgearbeitet. Besonderer Fokus liegt bei der Auseinandersetzung mit dem demografischen Wandel in der Verflechtung der Generationen und der Einbindung junger Menschen. Gemeinsam mit der Jungen Kirche Aachen, der Evangelischen Studierendengemeinde und den Koordinatoren eines Generationenbegegnungs-Projektes wurden die Möglichkeiten und Chancen einer „caring community“ ausgelotet. Wichtig sei, dabei im Blick zu behalten, dass ältere Menschen nicht nur „Nehmende“ sind, sondern auch viel zu geben haben.

An vier Standorten in der Region sollen die „Zukunftslabore“ zum demografischen Wandel fortgeführt werden. Die begeisterte Aufnahme durch die Kreissynode habe einen gelungenen Auftakt für die Auseinandersetzung mit dem Thema geboten, so Superintendent und Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff. Ein gutes Zeichen dafür, dass die Kirche nicht nur um sich selbst kreise, sondern mitten in der Gesellschaft stehe.

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