Kreative Werke, die ganz bewusst anders sind

Von: Leon Heckmann
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Ausstellung am Münsterplatz: Einige Künstler der Lebenshilfe stellen Geschäftsführer Herbert Frings (2.v.r) sowie Norbert Laufs (l.) von der Sparkasse die Werke vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ihren Namen verdankt die Kunstwerkstatt „willsosein“ einem Bild von Lars Otten aus dem Jahr 2009. Das Werk des geistig behinderten Künstlers trug den Titel „Das schwarze Schaf“ – abgebildet war jedoch ein rotes Schaf. Denn: Es will so sein, will anders sein, und das darf es auch.

Der Name der zur Lebenshilfe Aachen gehörenden Kunstwerkstatt steht programmatisch für eine Ateliergemeinschaft, die seit nunmehr fünf Jahren elf Künstlerinnen und Künstlern mit geistiger und körperlicher Behinderung einen kreativen Arbeitsplatz bietet. Zum Jubiläum gibt es nun unter dem Titel „Elf seit Fünf“ eine neue Ausstellung von ausgewählten Werken der Ateliergemeinschaft in der Sparkasse am Münsterplatz zu sehen.

Seit 2009 am Werk

Die Lebenshilfe Aachen Werkstätten und Service GmbH, die im vergangenen September ihr 25-jähriges Bestehen feiern konnte, rief das Projekt 2009 zur Förderung und Weiterentwicklung von künstlerischen Talenten ins Leben. Begleitet werden die elf Künstlerinnen und Künstler zwischen 19 und 56 Jahren dabei sowohl pädagogisch als auch künstlerisch. In der Ausstellung zu sehen ist eine weite Bandbreite aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Kalligraphie und Radierungen; verschiedenste Stilrichtungen sind vertreten und jeder Künstler arbeitet anders.

Zur täglichen Arbeit im Gruppenatelier gehören auch gemeinsame Bildbesprechungen und Ausstellungsbesuche mit dem begleitenden Team. Zudem wird handwerklich gearbeitet, beispielsweise werden Rahmen und Leinwände selbst hergestellt. Mittlerweile arbeiten die Künstler von „willsosein“ absolut professionell, die Begabung ist für die geistig und körperlich behinderten Menschen zum Vollzeit-Beruf geworden.

Mindestens sechs eigene Ausstellungen kommen im Jahr zusammen, in den vergangenen Jahren waren Exponate der Kunstwerkstatt bereits im Europaparlament in Brüssel sowie im Deutschen Bundestag in Berlin zu sehen. Die eigenen Kosten für Material und Betrieb des Ateliers können heute durch den Verkauf von Werken getragen werden.

Erst das Werk, dann der Schöpfer

Dabei soll der Aspekt, dass es sich um Werke von Menschen mit Behinderung handelt, nicht zum Hauptgrund für potenzielle Käufer werden: „Menschen sollen sich die Kunst ansehen, Gefallen daran finden, sich möglicherweise zum Kauf entscheiden und erst dann feststellen, dass der Künstler eine Behinderung hat.“ So erklärte Norbert Zimmermann, Geschäftsführer der Lebenshilfe Aachen – Werkstätten und Service GmbH, seine persönliche Vorstellung von gelungener Inklusion.

Dazu will auch die Sparkasse Aachen beitragen, die schon lange mit der Lebenshilfe kooperiert. Durch die Ausstellung in der Filiale am Münsterplatz sollen die Werke einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden – in der Hoffnung, dass der ein oder andere Kunde einen Blick auf die Exponate riskiert. Zu sehen ist die Ausstellung „Elf seit Fünf“ noch bis zum 26. März zu den regulären Öffnungszeiten der Zentrale der Sparkasse am Münsterplatz.

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