Kreative Kabinettstücke: Originell, hochwertig und gut durchdacht

Von: Kathrin Albrecht
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Leuchtende Farben, strahlende Sieger: von links Handwerkskammer-Präsident Dieter Philipp, Designpreis-Gewinner Nicolas Geisler, Dr. Petronella Prottung, Leiterin der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg, Designpreis-Gewinner Sebastian Böhl, Ina Reents, Gewinnerin der Publikumspreis-Verlosung, Peter Jorias, Vorstand der Aachener Bank eG, Designpreis-Gewinner Josef Forstmaier und Publikumspreis-Gewinner Matthias Wiedwald. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein Stuhl aus Latex, ein Einbeinhocker, der sich mit einem Handgriff zusammensetzen lässt, Mode, die sich an den 30er und 80er Jahren orientiert, und eine virtuelle Oberfläche für ein Computerspiel, bei dem der Herzogenrather Ortsteil Kohlscheid Pate stand – so vielseitig präsentiert sich die Ausstellung des diesjährigen Abschlussjahrgangs der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg in der Hauptgeschäftsstelle der Aachener Bank.

Jüngst feierten 18 Absolventen ihre frisch erworbenen Abschlüsse als Handwerksdesigner und Meisterdesigner. Dieter Philipp, Präsident der Handwerkskammer Aachen, freute sich über die „fantastische Möglichkeit“, die Arbeiten praktisch mitten im Leben präsentieren zu können. Mit ihren Examensarbeiten bewarben sich die Absolventen des Two-in-One-Studiengangs, der Gesellen der verschiedenen Gewerke neben fachlichen Kenntnissen auch das nötige Hintergrundwissen in Betriebswirtschaft an die Hand gibt, um den „Rosenberger Designpreis“, der in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben wurde. Die Jury aus Experten der Akademie für Handwerksdesign, der Handwerkskammer und der Aachener Bank sowie der Stiftergemeinschaft zur Förderung des Handwerks wählte die Preisträger aus.

Eine anspruchsvolle Aufgabe sei es gewesen, sagte Peter Jorias, Vorstand der Aachener Bank. Den ersten Platz belegte Nicolas Geisler mit seinem mobilen Einbeinhocker „Plug and Play“. Der gelernte Tischler habe mit seiner Arbeit alle Kriterien erfüllt, erklärte Akademieleiterin Petronella Prottung: „Sie ist innovativ, qualitätvoll, durchdacht und originell.“ Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 1000 Euro verbunden. Schon länger habe er mit der Idee gespielt, ein Möbelstück zu machen, das sich einfach zusammenstecken lässt, erzählte Geisler. „Mich reizt der Prozess, ich arbeite gerne mit dem Material, probiere verschiedene Varianten aus. Mit dem Hocker wollte ich etwas Neues ausprobieren, weg vom dreibeinigen Design. Der Mensch hat ja schon zwei Beine, im Prinzip fehlt nur noch eines.“

Hammer und Hobel mal anders

Den zweiten Platz belegte Sebastian Böhl mit seinen Möbeln „changing colours“. Kommode und Regal liegen hier abstrahierte und in geometrische Formen umgesetzte menschliche Silhouetten zugrunde. Blickfänger im wahrsten Sinne des Wortes ist auch das Farbkonzept, das sich an die Designergruppe „Memphis“ anlehnt. Den dritten Platz belegte Josef Forstmaier mit seinen Stuhlmodellen „cortic“. Kork und Stahl verbindet er mit einer Stecktechnik. Beide Absolventen erhielten außerdem ein Preisgeld von je 500 Euro.

Den Publikumspreis „Mein Lieblingsstück“ gewann Matthias Wiedwald. Der Metallbauer entwarf eine „Handwerkreihe aus Holz und Metall“. Bekannte Arbeitsgeräte wie Hammer und Hobel erscheinen dank abstrakt-ästhetischer Formgebung in einem neuen Gewand. Das Werkzeug ist mit einer Stecktechnik zusammengesetzt, nichts ist verschraubt oder verlötet.

Glückliche Gewinnerin war auch Ina Reents, die sich an der Wahl zum Publikumspreis beteiligt hatte und damit an einer Verlosung teilnahm. Der Designpreis sei ein Gütesiegel, mit dem die Preisträger werben könnten, sagte Dieter Philipp, wandte sich aber an alle 18 Absolventen: „Sie haben nicht nur Kreativität, sondern auch Können bewiesen.“

Die Ausstellung der Examensarbeiten ist bis zum 30. Juli in der Hauptgeschäftsstelle der Aachener Bank, Theaterstraße 5, zu sehen. Geöffnet ist die Geschäftsstelle Montag bis Mittwoch von 8.30 bis 16.30 Uhr, Donnerstag von 8.30 bis 17.30 Uhr und Freitag von 8.30 bis 16 Uhr.

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