Kreative Ideen zeigen hohen Bezug zur Praxis

Von: Ricarda Timm
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Der Fachbereich Design der FH zeigt sein Können: Lena Runkel präsentiert „MUK 2.3 - Modular Kitchen“ (großes Bild), während Anna Burmester ihren „Hänger“ konstruierte. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Welt von morgen soll einfacher werden. Denn in der heutigen Zeit sind Platz, Zeit und natürliche Ressourcen knapp und auch gesellschaftliche Normen und Werte verschieben sich. Die Studierenden des Fachbereichs Gestaltung der FH Aachen suchen in ihren Abschlussarbeiten Lösungen für die Ansprüche der Welt im Jahre 2016.

Und sie finden sie, auf insgesamt 49 verschiedenen Arten und Weisen.

Die Studierenden verblüffen besonders mit den Arbeiten, die simpel und einfach erscheinen. So wie Anna Burmester, die einen Wäscheständer entwickelt hat, der sich bequem an Türen gehängt werden kann und somit platzsparend trocknet. Oder Kristina Plegers Stuhl, der gleichzeitig schaukeln und stillstehen kann.

Kombinierbare Taschen

Sowie Janine Weisings kombinierbare Taschenkollektion für die „urbanen Nomaden“, die immer unterwegs sind und praktische Lösungen für den vielseitigen Alltag benötigen. Auch Carolle Bellengers Fahrradschloss, „Lock 360°“, das sich klein und handlich selbst zusammenrollt und am Fahrrad festklemmt, überzeugt durch Schlichtheit und Funktionalität.

Doch Design kann auch politisch sein. So beispielsweise die Arbeit von Bettina Konrath, die der Amadeu Antonio Stiftung mit dem Slogan „Rechts die klare Kante zeigen“ ein neues Erscheinungsbild gegeben hat. Oder Tarik Bradarics Graphic Novel über den Kriegsausbruch in Bosnien und Herzegowina im April 1992 und Franziska Meiners Märchenbuch das den interkulturellen Dialog zwischen Kindern vereinfachen soll. Die Themen Einwanderung und Flucht machen also auch vor dem Design nicht halt. Ralf Weißmantel, Professor für Grafik-Design, sieht hier sogar die Chance, dass Design die Oberflächlichkeit verlässt und eine Schnittstelle für die Entwicklung einfacher Lösungen sein kann.

Doch haben die Produkte eine Chance auf dem Markt? „Das Problem ist oft die fehlende Innovationsfreudigkeit in Deutschland“, erklärt Manfred Wagner, Professor für Produktdesign. Das Potential würde dadurch oft nicht genutzt. Dabei zeigen die Studierenden in ihren Projekten beinahe reale Projekte, die sie in Kooperation mit einer Institution oder einem Unternehmen erarbeitet haben. Der letzte Schritt fehlt dann manchmal noch. Aachen kann sich dank der Arbeit von Markus Dobusch und Susanne Walter möglicherweise bald über eine neue Kampagne über das vielfältige Sportangebot in der Stadt freuen. Auch ein größeres Projekt, das INC Innovation Center, das von Johanna Koeller für den Campus der RWTH Aachen erdacht wurde, hat Chancen zumindest in Teilen umgesetzt zu werden und innovativ neue Möglichkeiten der Ideenentwicklung zu bieten. Die Aachener FH-Designer machen Lust auf morgen.

Die Ausstellung kann noch heute im Boxgraben 100 auf drei Ebenen zwischen 11 und 18 Uhr besichtigt werden.

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