Kreativ in die Geschichte(n) eingetaucht

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Kreatives Schreiben zu regional-historischen Orten: Im "Raum für Kunst" in der Elisengalerie zeichneten die Verantwortlichen mit Initiatorin Marlies Schiefer die Kinder aus. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Na, da ist den beiden geschichtsträchtigen Persönlichkeiten aber ein Clou gelungen. Kaiser Karl und sein Vetter Tassilo haben es doch tatsächlich geschafft, ihre Streitereien ruhen zu lassen und gemeinsam gegen das Werk des Teufels vorzugehen. Statt vieler Kriege und Schlachten ist nun Harmonie angesagt. So schön und friedlich kann Geschichte eben auch sein. Zumindest in der Erzählung der neunjährigen Lilien Hohenner.

Die Grundschülerin hat im Rahmen des Projektes „Viermeilenstiefel – kreatives Schreiben zu regional-historischen Orten“ Gedichte und Texte zu diversen Inhalten geschrieben.

Die Kreativität stand dabei immer im Vordergrund. „Viermeilenstiefel“ geschieht in Kooperation mit den Ländern Italien, Österreich, Schweiz und Deutschland. Für Deutschland nahmen Schülerinnen und Schüler aus der Städteregion teil, die Mitglied des Aachener Modells, einem Konzept zur frühen Förderung individueller Begabungen sind. 14 Grundschulkinder der 3. und 4. Klasse haben sich seit Beginn dieses Jahres intensiv mit den Inhalten und Raffinessen des kreativen Schreibens befasst. Unter dem Motto „Historische Figuren“, „Stadt und Dom“, „Bildung und Kunst“, „Tuchindustrie“ und „Grenzen“ haben sich die kleinen Autoren auf Spuren- und Inspirationssuche begeben.

Margret Ortstein vermittelte die Zahlen, Daten und Fakten zu den jeweiligen Orten und Dr. Ingrid Böttcher leitete die Kindergruppe des kreativen Schreibens. Nach vielen Wochen der Schreibarbeit freuten sich die Teilnehmer nun umso mehr, ihre Werke im „Raum für Kunst“ der Sparkasse in der Elisengalerie zeigen zu können. „Das Besondere an dem Projekt ist, dass die Kinder sich mit den Eigenheiten der Region befassen und sich gleichzeitig schreibend kreativ mit Elementen der eigenen Historie und Gegenwart auseinandersetzen. Durch das Schreiben eröffnen sich neue Perspektiven auf die Heimat“, betonte Böttcher. In den einmal wöchentlich stattfindenden Treffen wurde durch kleine Aufgabenstellungen und Stadtrundgänge die Fantasie der Kinder angeregt.

Für Lilien eine tolle Erfahrung, wie sie erzählte: „Mir hat das ganz viel Spaß gemacht. Ich schreibe eh sehr gerne und fand es toll, dass uns Ideen vorgestellt wurden, aus denen wir dann unsere eigenen Geschichten weiterentwickeln konnten.“

Das schätze auch Emilie Limpens, die in ihrer Geschichte eine Zeitreise ins Jahr 1830 unternahm. Sie beschreibt den Aufstand der Fabrikarbeiter, die gegen die neuen Maschinen protestieren. Als stille Beobachterin schilderte Emilie das Vorgehen vom Elisengarten aus. Auch das Ludwig Forum, der Campus der RWTH sowie die Grenzregion regten zum Schreiben an. Da ist es schon fast ein bisschen schade, dass man nicht noch mehr Details über die Zeit von Kaiser Karl und Tassilo im Himmel erfährt.

Wobei für Lilien schon längst feststeht, dass ihre Geschichte an dieser Stelle noch lange nicht zu Ende ist.

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