Krasse Bilder machen die Karnevals-Kehrseite klar

Von: Annika Kasties
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Botschaft angekommen: Kinder und Jugendliche der OT Gut Kullen und der Hauptschule Kronenberg setzten sich mit den Gefahren des übertriebenen Alkoholkonsums auseinander. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eigentlich darf Max im Supermarkt nicht einmal ein Bier kaufen. Mit Schwindelgefühl, Übelkeit und Koordinationsschwierigkeiten infolge übermäßigen Alkoholkonsums kennt er sich bestens aus. Ebenso wie mit dem Kater danach. Besorgniserregend. Und zugleich nicht ungewöhnlich.

Zur besten Feierzeit beschäftigten sich die Schüler der Gesamthauptschule Kronenberg mit den weniger freudigen Seiten des Lieblingsfestes der Narren. Gemeinsam mit Vertretern der Polizei, des Klinikums und der OT Gut Kullen sprachen sie über die Auswirkungen und Gefahren von Alkoholkonsum, der gerade bei Jugendlichen immer häufiger zum so genannten Komasaufen ausartet.

Um dieser lebensgefährlichen Freizeitbeschäftigung vorzubeugen, entwickelten Mitarbeiter der O.T. Gut Kullen ihre frühere Straßen-Aktion „Klarer Kopf ohne Tropf” zu einem Konzept weiter, mit dem sie Jugendliche ganz gezielt in Schulen aufklären möchten. Das Ziel: Alkoholkonsum aus zwei Sichtweisen zu betrachten und sich mit dem eigenen Konsumverhalten, wie auch mit dem Umgang mit betrunkenen Menschen auseinander zusetzen.

Ab welchem Zeitpunkt sollte man lieber zu einem Glas Wasser greifen, und wann ist es an der Zeit für Andere, medizinische Hilfe zu rufen? Eine feste Promillegrenze gebe es nicht, erklärte Thorsten Orlikowsky von der Kinderintensivstation des Klinikums. Vielmehr hinge die Wirkung des Alkohols von der Gesamtkonstitution ab. Eines sei jedoch klar: Je jünger die Konsumenten, desto gefährlicher der Konsum.

Ungern erinnerte er sich vor den aufmerksamen Schülern an seinen ersten Patienten am Fettdonnerstag des vergangenen Jahres: Ein zwölfjähriger Junge musste schon um 11 Uhr morgen von ihm behandelt werden. „Wenn wir ins Spiel kommen, ist das eine Situation, die vermeidbar und sehr unangenehm für alle Beteiligten ist.” Nicht nur sei es ein entwürdigendes Erlebnis, mit dem Geruch des eigenen Erbrochenen und einer Windel im Krankenhaus zu Bewusstsein zu kommen, auch könne es gerade bei Kindern und Jugendlichen zu Herzrhythmusstörungen und dem Versagen einzelner Organe kommen.

Breite Unterstützung

Die negativen Auswirkungen des tückischen und doch so beliebten Destillats sprangen den Schülern auch im Klassenraum selber direkt ins Auge. Auf Bierdeckeln hatte die Polizei imzuge ihrer „Stay Gold”-Bierdeckelkampagne veranschaulicht, wie ein allzu feuchtfröhlicher Abend enden kann. Die Vorher-nachher-Bilder von feiernden Jungen und Mädchen auf der einen und bewusstlosen, blutenden Jugendlichen auf der Kehrseite lösten bei den Schülern durchweg Erschrecken, Unwohlsein und Ekel aus.

Aufmerksam und interessiert lauschten sie den Schilderungen der Experten, die ihren Fragen Rede und Antwort standen. Eine Aufmerksamkeit, für die Uli Grande von der Offenen Tür den Jugendlichen ein großes Lob aussprach. Denn gerade sie tragen neben der „hervorragenden Unterstützung” seitens der Schule, der Polizei und des Klinikums zum Erfolg des Projektes bei. „Wir hoffen, dass die Jugendlichen mit diesen Information im Hinterkopf den Karneval angemessen feiern werden.”
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