Kraftfahrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Von: wos
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Tödlicher Unfall vor einem Jahr an der Neuenhofstraße: Der Rollerfahrer (49) starb in der Notaufnahme. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein 49-jähriger Rollerfahrer wurde bei dem Unfall vor etwa einem Jahr auf der Neuenhof­straße so schwer verletzt, dass er noch in der Notaufnahme verstarb. Am Montag musste sich der Unfallverursacher, ein 27-jährige Kraftfahrer aus Roetgen, dem Urteil in diesem tragischen Fall stellen.

Der Aachener Amtsrichter Andreas Hennig verurteilte den Fahrer eines VW Golf zu acht Monaten Haft auf Bewährung, der Berufskraftfahrer muss darüber hinaus seinen Führerschein wegen charakterlicher Nichteignung für ein Jahr abgegeben und des Weiteren ein Bußgeld von 3000 Euro für gemeinnützige Zwecke bezahlen.

Das Urteil erfolgte wegen fahrlässiger Tötung, der Verteidiger des jungen Mannes hatte eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße beantragt. Doch daraus wurde nichts. Denn wäre es nach dem Antrag der Staatsanwältin gegangen, hätte der 27-jährige sogar noch zwei Monate mehr aufgebrummt bekommen. Dem Richter wie der Staatsanwältin stieß insbesondere die mangelnde Einsicht in das eigene Fehlverhalten des Angeklagten sauer auf.

„Er war nur auf das eigene Fortkommen bedacht und zeigte wenig Einsicht und Reue“, hieß es in der Urteilsbegründung. Der Pkw war damals am 26. März morgens gegen 9.30 Uhr aus Richtung Debeystraße kommend an der Kreuzung Sonnenschein-/Zieglerstraße direkt hinter BMW-Kohl links abgebogen – um sich noch ein Brötchen zu kaufen. Dabei übersah er den aus Richtung Madrider Ring mit etwa 45 bis 50 Stundenkilometer bei Grün heranfahrenden Roller komplett.

Der Angeklagte hatte geltend gemacht, dass der Rollerfahrer urplötzlich hinter einem vor der Ampel haltenden Bus hervorgeschnellt sei. Und er nicht mehr habe reagieren können. Im übrigen habe er zuerst in der Linksabbiegerspur angehalten und sei dann erst angefahren – und habe den Roller, der kein Licht angeschaltet hatte, übersehen.

Ein Sachverständiger ließ die Version als wenig glaubhaft erscheinen, auch wenn er sie nicht völlig ausschließen konnte. Es sei eher wahrscheinlich, meinte das Gericht, dass der Angeklagte bei seinem Abbiegen nach links in einem Rutsch durchgefahren sei.

Den Rollerfahrer habe er morgens, „auch weil die Sonne im Rücken des Pkw-Fahrers stand“, sehen müssen, dies auch ohne Licht an dem Krad. Beide, Richter wie Staatsanwältin, bewerteten die Aussage, es habe ein Bus dort an der Kreuzung gestanden, als Schutzbehauptung. Denn der betreffende Busfahrer sagte im Zeugenstand, er habe bis zu 300 Meter entfernt in jener Schlange gestanden, die erst durch den tödlichen Unfall verursacht wurde.

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