Krach um Festzelt: Jetzt soll alles besser werden

Von: Günther Sander
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Brand. „Das ist Wahnsinn, warum schickst Du mich in Hölle?“ Das Stimmungslied von Wolfgang Petry hat sicher auch bei den vergangenen Veranstaltungen im Festzelt im Gewerbepark Brand mit zu den großen Lärmfaktoren gehört und die Anwohner förmlich auf die Palme gebracht.

„Das war nicht nur Wahnsinn, das war die Hölle pur“, schallte das Echo von Nachbarn zurück, wenn es in besagtem Zelt zur Sache ging.

Da der „Ellerhof“ nicht mehr zur Verfügung stand, diente dieses in der vorigen Session als Ausweichquartier fürs Partyvolk. Damit hatten die Karnevalsgesellschaften nun Ruhe, was man von den Bewohnern der nahe gelegenen Nordstraße allerdings nicht sagen konnte. Schon bei den ersten Veranstaltungen stellte sich heraus, dass die Partys viel zu laut waren. „Es muss etwas passieren“, forderten die Anwohner.

Zum Start der neuen Session 2015/16 soll nun „alles anders und besser werden“, wurde bei einer Informationsveranstaltung im Bezirksamt von allen Seiten versprochen. Die Brander Karnevalisten und auch das Bezirksamt wollen die Kritik der Betroffenen ernst nehmen. „Wir wollen das Problem offen angehen“, sagte Bezirksamtsleiter Wolfgang Sanders. Nach dem „misslungenen Start“ gelobte er Abhilfe. Dazu werde eine vernünftige Planung sowie eine exakte Anstimmung erforderlich.

Für den Fachbereich Umwelt der Stadt Aachen klärte Heinz Spelthann über die Rechtsgrundlage, über zulässige Lärm- und Lichtwerte auf. Auch er verbreitete Hoffnung auf eine vernünftige Lösung für alle Seiten. Bernd Etschenberg, Sprecher der Brander Karnevalsvereine, brach eine Lanze für die Aufrechterhaltung des rheinischen Brauchtums, denn gerade die Karnevalisten im Stadtbezirk würden eine Menge leisten, für Kinder, Schulen und Seniorenheimen gleichermaßen. „Es gab nach dem Wegfall des Ellerhofs für uns keine andere Alternative als das Festzelt im Gewerbepark“, machte er deutlich. Das Problem „Lärmemission“ haben man „total unterschätzt“. Aus Fehlern wolle man nun lernen.

Für die neue Session, so Etschenberg, wurde die Anzahl der Veranstaltungen von 13 auf zehn reduziert, ein früheres Ende festgelegt und eine Bühnendrehung um 180 Grad vollzogen. Hinzu komme eine Kontrollmessung durch die Behörden. „Wir haben uns entschlossen, eine Lärmprognose in Auftrag zu geben. Auf jeden Fall werden wir die noch ausstehenden Grenzwerte dann auch einhalten“, versprach Etschenberg.

Das möchte auch „Pro Sound & Light“, wie Andreas Schiller versicherte. Eine Regelbegrenzung der Verstärkeranlage nach Vorgabe des Gutachtens sowie eine gerechte Schallbestrahlung im tiefen Frequenzbereich und mehrere Lautsprecherstandorte sollen für spürbare Entschärfung sorgen.

„Wir wollen alles unternehmen und Zufriedenheit anstreben“, machte Sanders klar. Wolfgang Müller, Vorsitzender des Bürgervereins, ermunterte die Anwohner, ihre Belange deutlich zum Ausdruck zu bringen. Nur spärlich meldeten sich daraufhin die Kritiker zu Wort. Man wolle abwarten, was passiere und ob die Bässe (bis dato als Störfaktor Nummer eins ausgemacht) wirklich „reduziert“ werden können. Wenn alles so komme, wie heute zugesichert, sei man zufrieden, war auch zu hören.

Nach exakt 37 Minuten war der Info-Abend gelaufen. Nun soll alles besser werden. Beim ersten „Brand Alaaf“ wird sich zeigen, wie es damit in der Realität aussieht.

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