Krach um die Lütticher Straße ist vorbei

Von: Robert Esser
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Die erneuerte Lütticher Straße wurde am Dienstag offiziell eingeweiht. Foto: M. Jaspers
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Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt (5.v.r.), Straßenbauchefin Regina Poth (3.v.r.), Stawag-Bauleiter Wolfgang Raabe (2.v.r) und weitere Gäste des Festakts beim Durchschneiden des Bandes. Foto: M. Jaspers

Aachen. Unter eines der umstrittensten Straßenbauprojekte der vergangenen Jahre hat die Stadt Aachen am Dienstag (vorerst) einen Schlussstrich gezogen. 14 Monate nach Baubeginn – erst erneuerte die Stawag marode Versorgungsleitungen, dann ordnete die Stadt Parkplätze und Gehwege neu – sind die Fahrbahnmarkierungsstreifen auf dem brandneuen Flüsterasphalt getrocknet.

Das war der letzte Arbeitsschritt. Und der Ärger der Vorjahre scheint vergessen. Anwohner und Geschäftsleute applaudieren am Mittwochmittag, als Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt, Regina Poth (Leiterin der Abteilung Straßenbau) und Stawag-Bauleiter Wolfgang Raabe das rot-weiße Flatterband zur offiziellen Einweihung durchschneiden. Bis zu 15.000 Autos rollen täglich zwischen Schanz und der Einmündung Limburger Straße.

Sieben Jahre lang war der Umbau geplant worden – „ziemlich schnell“, wie Bezirksbürgermeisterin Conradt beim kleinen Festakt am Straßenrand mit einem Augenzwinkern bemerkt. Zum Opfer fielen der Baumaßnahme rund zwei Dutzend ausgewachsene Bäume. Ähnlich viele – natürlich als Miniaturausgaben – wurden neu gepflanzt. Krach gab es immer wieder um die Zahl der Parkplätze. Weniger oder mehr? Offiziell spricht die Stadt von 125 Parkbuchten nach dem Umbau. Vorher seien es 119 gewesen, sagt die Verwaltung. Nicht wenige Anwohner gehen aber davon aus, dass in Wirklichkeit Parkplätze verloren gegangen sind, weil vor der baulichen Neuordnung der Stellplätze viel enger am Baumbestand geparkt wurde. Es gab dort keinerlei Markierungen.

Kanal- und Straßenbaumaßnahmen auf dem 340 Meter langen Straßenabschnitt kosteten Stadt und Stawag 1,6 Millionen Euro. 9000 Quadratmeter wurden an der Oberfläche umgestaltet: mit neuen Fahrradschutzstreifen, breiteren Bürgersteigen und großzügigen Baumfeldern. Vor dem Restaurant Myra und der Bäckerei Oebel ist nun Platz für Außengastronomie. Zum Vergleich: Die Größe des umgebauten Straßenraums entspricht 18 Schwimmbecken im Format des Freibads Hangeweiher.

Viele Geschäftsleute hatten während der Bauphase über erhebliche Umsatzeinbußen geklagt. Kunden mieden die Lütticher Straße – zu lange Staus, zu viel Baudreck. Doch mit dem Ergebnis zeigen sich nun die meisten überaus zufrieden. „Jetzt kommen doppelt so viele Kunden wie während der Baustellenzeit“, sagt Michael Reinartz, der fast gleichzeitig mit dem Beginn der Straßenbaustelle einen neuen Rewe-Markt an der Lütticher Straße eröffnet hatte. Mehmet Artar freut sich über die neue Außengastronomiefläche vor seinem Restaurant Myra. Und Angelika Stens von der Bäckerei Oebel ist froh, dass die eingeschränkten Öffnungszeiten passé sind. Weil kaum noch Kunden kamen, hatte der Bäcker monatelang nachmittags geschlossen.

Das ist vorbei. Wolfgang Raabe, Leiter der Netzplanung und Bauleiter der Stawag, bedankt sich ausdrücklich für die Geduld der Bürger und Einzelhändler. Einige Geschäftsleute geben jetzt Komplimente zurück. Die Kommunikation mit Stawag und Stadt sei hervorragend gelaufen, heißt es.

Auf die Erfahrungen kann man bald wieder bauen. Der nächste Bauabschnitt auf der Lütticher Straße steht an – stadtauswärts bis zur Kreuzung Amsterdamer Ring/ Hohenstauffenallee. Los geht es frühestens 2017. Denn: Wie das Projekt finanziert werden soll, ist umstritten – vorerst. Die Entscheidung fällt in diesem Herbst.

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