Brand - Krach in der Nacht bringt Anwohner auf die Palme

Krach in der Nacht bringt Anwohner auf die Palme

Von: Stefan Herrmann
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Die Idylle trügt: Immer wiede
Die Idylle trügt: Immer wieder gibt es Ärger rund um die Spiel- und Parkanlage „Am alten Kraftwerk” in Brand. Jugendliche „missbrauchen” die Bänke als Treffpunkt für Saufgelage bis spät in die Nacht - zum Ärger der Anwohner. Foto: Michael Jaspers

Brand. Es ist ein Streit um zwei Ruhebänke, um einen zweckentfremdeten Spielplatz, um schlaflose Nächte und um Jugendliche, die in der Park- und Spielanlage „Am alten Wasserwerk” in Brand immer wieder den Unmut der Anwohner auf sich ziehen. Und das seit Jahren.

„Wir freuen uns, wenn es regnet”, sagt einer der Anwohner. Denn dann herrsche wenigstens Ruhe vor seinem Grundstück. Zwar habe der triste Sommer 2012 im Vergleich zu Vorjahren seltener zur Eskalation geführt. Trotzdem musste auch in den vergangenen Monaten einige Male die Polizei anrücken. Das Ärgernis: Grölende Jugendliche mitten in der Nacht, Saufgelage, Leere Flaschen und Kippen, die am Morgen danach das Areal übersäen. Man habe sogar Hinweise gefunden, dass Drogen vor Ort konsumiert wurden.

Schon vor Jahren wandte man sich an das Bezirksamt. Danach wurden damals drei Bänke abmontiert. Zwei Sitzgelegenheiten blieben bestehen. Und die werden von Jugendlichen weiter als Treffpunkt genutzt. Daher fordert ein Anwohner nun, auch die verbliebenen Bänke abzubauen. Zumal der Mini-„Spielplatz” mit einem Sandkasten, einer kleinen Rutsche und einem Schaukelpferd so gut wie nie von der wahren Zielgruppe - also von Kindern unter 14 Jahren - benutzt werde. Ein ehemaliger Hauseigentümer, berichtet ein geplagter Anwohner, habe bereits kapituliert und sei umgezogen. Unter anderem wegen des Dauer-Stress mit den Jugendcliquen.

Überraschte Bezirksamtsleiterin

Die Brander Bezirksamtsleiterin Marianne Krott zeigte sich auf AZ-Anfrage überrascht von den neuerlichen Beschwerden. „Ich habe in diesem Jahr nichts von Ruhestörungen und Problemen mit Jugendlichen Am alten Wasserwerk gehört”, sagt sie. Zudem sei man nach ersten Beschwerden vor Jahren tätig geworden, habe einen Teil der Bänke abmontiert, einen provisorischen Jugendplatz in der Nähe hinter dem Blockheizkraftwerk eingerichtet.

Der Forderung, nun auch die verbliebenen beiden Bänke zu entfernen, steht Krott skeptisch gegenüber. „Das ist immer eine Abwägungssache.” Schließlich werden die Ruheplätze tagsüber von Spaziergängern gerne genutzt. Alles einfach abzubauen, sei keine Lösung - und würde die Wohnqualität generell in Brand verschlechtern.

Trotzdem verspricht Krott, das Thema aufzugreifen, den Fachbereich Jugend und das Ordnungsamt einzubinden. Die Bezirksamtsleiterin räumt ein, dass der einst installierte Jugendplatz keine Optimallösung sei. Doch es sei nur ein Provisorium möglich gewesen, da unter dem Gelände ein Regenrückhaltebecken liegt. Daher sind Bauten - zum Beispiel ein Unterstand für die Jugendlichen - dort nicht erlaubt. Damals einigte man sich, einen großen Stein als multifunktionale Sitz- und Tischfläche aufzustellen.

Jugend braucht Treffpunkte

Krott weist jedoch darauf hin, dass es in unmittelbarer Nachbarschaft hinter der Gesamtschule an der Schagenstraße einen weiteren Jugendtreffpunkt gebe. Nach der Umgestaltung des Brander Marktplatzes sollen auch dort Möglichkeiten geschaffen werden, wo sich junge Menschen treffen können. Für geplagte Anwohner „Am alten Wasserwerk” vorerst nur ein schwacher Trost. Sie „freuen” sich eher auf die nächste Regenfront - die garantiert ruhige Nächte.
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