Kostenfallen im Karlsjahr werden kleiner

Von: Matthias Hinrichs
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Karl der Große
Über zwei Millionen Euro Förder- und Sponsorenmittel für den großen Ausstellungsreigen 2014 sind inzwischen in Aussicht gestellt. Foto: dpa

Aachen. Zuweilen hat sich in den vergangenen Monaten der Eindruck aufgedrängt: Die Suche nach potenten Sponsoren für die große Ausstellungstrias zum 1200. Todesjahr Karls des Großen gestalte sich beinahe so schwierig wie die Fahndung nach dem Grab des Stadtpatrons.

Mit dem Unterschied, dass die Zeit den Verantwortlichen in Sachen Karlsjahr 2014 eben durchaus noch davonlaufen kann. Entwarnung kann in Sachen Finanzierung des 3,6-Millionen-Projekts zwar noch immer nicht gegeben werden. „Aber wir sind inzwischen sehr zuversichtlich, dass die Gesamtkalkulation aufgeht“, sagte Irit Tirtey, stellvertretende Leiterin des Kulturbetriebs, am Dienstag auf Anfrage.

Zwar liegen konkrete Zuwendungsbescheide im Kulturbetrieb noch immer nicht vor. Aber die viel zitierte öffentliche Hand ist in Gestalt diverser „Absichtserklärungen“ sozusagen bereits gereicht. So hat die Kunststiftung NRW 200.000 Euro an Fördermitteln in Aussicht gestellt; weitere 200.000 Euro will die NRW-Stiftung für Natur, Heimat und Kultur bereitstellen, nochmals 200.000 Euro sollen aus den Töpfen der Landesregierung fließen.

Der Landschaftsverband Rheinland will sich zudem mit 240.000 Euro an der Finanzierung beteiligen. Und auch das Berliner Staatsministerium für Kultur und Medien hat Unterstützung signalisiert – die genaue Summe ist offen, Tirtey hofft auf einen Zuschuss von mindestens 50.000 Euro aus Bundesmitteln. Im Juni soll überdies über eine Zuwendung durch die Kulturstiftung der Länder entschieden werden.

Unterdessen hat sich der Oberbürgermeister auch beim Klinkenputzen in den Chefetagen der potenziellen gewerblichen Sponsoren mächtig ins Zeug gelegt. Insgesamt sind dabei bislang bereits 1,25 Millionen Euro zugesagt – wenn auch zumindest teilweise noch nicht vertraglich fixiert. So will die Sparkasse sich mit 500 000 Euro in den Ausstellungsreigen einklinken, die „AachenMünchener“ steigt mit 250 000 Euro ins Boot. Bei der Ernst von Siemens Kunststiftung in München flattert ein städtischer Förderantrag über 100 000 Euro noch durch die Warteschleifen – auch hier ist Tirtey optimistisch, dass zumindest ein Teil der Summe in die städtischen Kassen überwiesen wird.

Unterm Strich wären damit konkret bereits mindestens rund 2,14 Millionen Euro im Topf – sofern alle Willensbekundungen in nächster Zeit in die berühmten trockenen Tücher gepackt werden. Damit könnte die Rechnung auch und vor allem in der Kämmerei aufgehen: Aus dem Stadtsäckel soll am Ende, wie berichtet, nicht mehr als eine halbe Million in das Projekt fließen. Über 700.000 Euro sind „nach konservativer Berechnung“, wie Tirtey betont, an Einnahmen durch Eintrittsgelder veranschlagt, die ebenfalls bereits ins Gesamtbudget von 3,6 Millionen eingerechnet sind.

Bliebe nach Adam Riese ein Betrag von mindestens 260.000 Euro, der noch aufzubringen wäre, sofern alle Versprechen eingelöst werden – und die Kosten den gesetzten Rahmen nicht überschreiten. Immerhin muss die Stadt bis zur Eröffnung der ambitionierten Ausstellungen, die ab Juni 2014 im Centre Charlemagne, im Krönungssaal und in der Domschatzkammer zu erleben sein sollen, auch noch kräftig die Werbetrommel rühren: Insgesamt sollen mindestens 100.000 Besucher im Jubiläumsjahr auf den Spuren des großen Kaisers wandeln.

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