Kostenexplosion bei neuer Trasse B258n?

Von: Sebastian Dreher
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Aachen. „Da sind die Kosten extrem nach unten gerechnet worden”, sagt Ulrich Pathe von der Bürgerinitiative „B258nein”.

„Wie sonst sollte sich so eine Explosion der Kosten erklären lassen.” Um den verantwortlichen Stellen keinen Dilettantismus vorzuwerfen, dränge sich diese Begründung geradezu auf.

Den neuesten Aussagen des Landesbetriebes Straßenbau Nordrhein-Westfalens zufolge sind die Gesamtkosten der geplanten Bundesstraße 258n zwischen Richterich und Kerkrade von bislang 6,6 auf nunmehr 33,1 Millionen Euro gestiegen. Von diesem Betrag fielen 20 Millionen in den deutschen Zuständigkeitsbereich. Diese Tatsache stößt umso mehr auf, weil niemand diese Straße haben will.

„Der Aachener Stadtrat hat in einem Beschluss, der schon einige Zeit zurückliegt, mit breiter Mehrheit ausgedrückt, dass die Straße nicht gewollt ist”, weiß Pathe. „Die einzigen, die die Trasse haben wollen, sind die Herzogenrather.” Die Nachbarstadt erhofft sich dadurch eine Entlastung der überfüllten Roermonder Straße. Nach Überzeugung der Bürgerinitiative ist jedoch keineswegs klar, dass große Teile der Ausfallstraße überhaupt einen nennenswerten Nutzen davontragen würden.

„Die Roermonder Straße würde bestenfalls in Teilen einen niedrigeres Verkehrsaufkommen haben”, so Pathe. Darüber hinaus verhalte sich die Herzogenrather Stadtverwaltung unglaubwürdig, wenn sie sage, sie wolle die Durchfahrt durch ihre Gemeinden entzerren - auf der anderen Seite aber neue Gewerbeflächen ausweise, die wiederum mehr Verkehr anzögen.

Während auf holländischer Seite die Planungsphase bereits abgeschlossen ist, quälen sich in Aachen die Verantwortlichen noch mit der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) herum. „Neueren Verkehrszählungen zufolge fußen die dem Bedarfsplan zugrunde liegenden Schätzungen auf falschen Zahlen”, sagt Pathe. „Das tatsächliche Kraftfahrzeugaufkommen auf der Roermonder Straße ist rückläufig, bestenfalls gleich bleibend.” Eine neue UVS sei in Arbeit, vor nächstem Jahr jedoch nicht zu erwarten.

Die aktuelle Kostenexplosion erklärt der Landesbetrieb damit, dass über das Heydener Ländchen und insbesondere über das Kumbachtal viele Brücken gespannt werden müssen. „Das wissen die Planer doch auch nicht erst seit gestern”, sagt Architekt Pathe. „Da wurden die Ausgaben für die Kosten-Nutzen-Rechnung schön klein gehalten, um in den Bundesverkehrswegplan aufgenommen zu werden.” Das ist schon 2003 geschehen, nach einer ungewöhnlich kurzen Zeit zwischen Antrag und Aufnahme. „Um den Bau aus diesem Plan wieder heraus zu nehmen”, so Pathe, „müsste schon ein Wunder geschehen.”
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