Kostendruck: Taxifahren wird teurer

Von: Stephan Mohne
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Taxifahren in Aachen könnte teurer werden: Preiserhöhungen von durchschnittlich 9,5 Prozent zum Jahreswechsel müssen noch vom Stadtrat abgesegnet werdebn. Foto: imago

Aachen. Der Spagat ist nicht gerade einfach: Einerseits soll dem Bürger im Rahmen des Öffentlichen Personennahverkehrs Taxifahren zu akzeptablen Preisen angeboten werden. Andererseits müssen auch die Droschkenunternehmen ihre Kosten einfahren, um überleben zu können.

Und das ist in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig geworden. Deswegen sollen die Taxipreise sowohl in der Stadt wie auch im Rest der Städteregion steigen - um durchschnittlich 9,5 Prozent. Der Stadtrat muss am 14. Dezember diesem Ansinnen für die Stadt Aachen noch zustimmen.

Beantragt hat den Aufschlag die „Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein Taxi-Mietwagen” nach einem entsprechenden Beschluss ihrer Mitglieder. Zuletzt war der Taxitarif am 1. Dezember 2008 geändert worden, zum Jahreswechsel 2011/2012 soll es nun wieder soweit sein. Die Gründe, die die Fachvereinigung anführt, sind dabei vielfältig - und sie haben alle mit teils explodierenden Kosten der Taxiunternehmer zu tun. Bestes Beispiel dafür ist der Sprit. Im Dezember 2008 habe der Liter Diesel 106,1 Cent gekostet, im Mai 2011 lag der mittlere Preis schon bei 140,2 Cent. Was einer Steigerungsrate von 32,1 Prozent entspricht. Diese enorme Teuerung spüre jeder Autofahrer im eigenen Portemonnaie.

Außerdem seien Reparaturen (4,4 Prozent), Inspektionen (6 Prozent) und Kfz-Versicherungen (10,4 Prozent) teurer geworden. Zu letzterem Punkt heißt es in einer Vorlage für die Politik, dass das vor allem an der „außerordentlich gestiegenen Schadensquote im Taxi- und Mietwagenverkehr” liege. Dafür wiederum sähen Versicherer wie auch der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband die „mangelnde Fahrerqualifikation” als Hauptgrund. Unter dem Strich sei der „Kraftfahrer-Preisindex” zwischen Dezember 2008 und Mai 2011 um 12,3 Prozent geklettert.

Im Detail soll der neue Tarif für Stadt und Städteregion so aussehen: Der Grundpreis soll von derzeit 2,50 auf 3 Euro angehoben werden. Der gefahrene Kilometer soll ab Januar an Werktagen zwischen 6 und 22 Uhr 1,60 statt bisher 1,55 Euro kosten. Zwischen 22 und 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen soll der Preis von 1,65 auf 1,70 Euro klettern. Für Großraumtaxis (fünf und mehr Fahrgäste) wird demnächst ein Aufschlag von sechs Euro auf den Grundpreis verlangt, bisher waren es fünf Euro. Bei Standzeiten sollen nun jeweils 13,85 Sekunden zehn Cent kosten (26 Euro pro Stunde). Bisher waren es zehn Cent für 15 Sekunden (24 Euro je Stunde).

Heinz Comuth betont als Vorsitzender der Aachener Autodroschken-Vereinigung (AAV), dass die Taxitarife nur in großen Abständen erhöht würden. Vor 2008 sei das sechs Jahre lang nicht der Fall gewesen, während in dieser Zeit andere ÖPNV-Tarife, etwa für den Bus, öfter gestiegen seien. Comuth ist sich bewusst, „dass für den Fahrgast irgendwann eine Grenze erreicht ist”. Allerdings sei der Kostendruck sehr hoch. Überdies ist die Taxibranche der wohl einzige Teil des ÖPNV, der nicht durch Steuergeld subventioniert wird. Comuth: „Uns wirft man im Gegenteil Knüppel zwischen die Beine, indem zum Beispiel Haltestellen einfach verkürzt werden, ohne uns vorher zu informieren.”
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