Aachen - Kosovo-Yakuza: Kaum Beweise, milde Urteile

Kosovo-Yakuza: Kaum Beweise, milde Urteile

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Satte 17 Verhandlungstage waren seit April dieses Jahres für den Prozess vor der 7. Großen Strafkammer angesetzt. Doch erst nach mehr als 20 Sitzungstagen war es am Freitag dem Vorsitzenden Richter Jürgen Beneking vergönnt, ein Urteil zu verkünden. In dem komplizierten Fall um Drogen, Gewalt und mutmaßliches Bandentum waren drei Männer angeklagt, die einer Gruppierung namens Kosovo-Yakuza angehören sollten.

Die mehr als 100 angeklagten Taten sollen am Kronenberg begangen worden sein. Ihr Anführer, der 46-jährige Muhamet S., sollte einen seiner angeblichen Unterverteiler von Drogen mit Drohungen und Gewalt dazu gezwungen haben, immer mehr Rauschgift im Viertel zu verkaufen. Mitangeklagt waren Ali B. (31) aus Aachen und Valter K. (30).

Insgesamt ging es um den Handel mit einer Menge von 2,2 Kilogramm Marihuana und andere Delikte. So sollte Ali B. noch an einem Trickbetrug teilgenommen haben, dem Anführer der Kosovo-Yakuza Muhamet S., der anfangs stolz sagte, „ich stamme aus Aachen“, wurde noch ein schwerer Autounfall mit Fahrerflucht sowie ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.

Das Gericht mit Richter Beneking verwies die Staatsanwaltschaft in diesem Fall deutlich in ihre Schranken. „Die Beweisaufnahme und der Kronzeuge haben das alles nicht hergegeben“, resümierte Beneking den Fall. So konnte Muhamet S. statt der beantragten vier Jahre und sechs Monaten Haft mit einer Strafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung wegen Drogenhandels und Verstoßes gegen das Waffengesetzes sogleich nach Hause gehen.

Ali B. erhielt zwei Jahre Haft anstatt der geforderten vier Jahre und der sowieso bereits auf freiem Fuß befindliche Valter K. kam mit einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung ebenso glimpflich davon. „Der Hauptbelastungszeuge hat sich in viele Widersprüche verstrickt. Wir konnten seinen Angaben hier nicht mehr folgen“, resümierte der Vorsitzende die Beweislage. Bei dem Muhamet S. zur Last gelegten Autounfall vom Mai 2015 in der Kurbrunnenstraße sei es sogar – anders, als in der Anklage stehe – beinahe sicher, dass er den Wagen nicht gefahren habe.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert