Kornelimünster - Kornelimünster: Sie sind antiken Zeugnissen auf der Spur

Kornelimünster: Sie sind antiken Zeugnissen auf der Spur

Von: Angelina Boerger
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Die nostalgische Optik trügt: Manuela Broesch von der Uni Köln (2.v.l.), Stadtarchäologe Andreas Schaub und ihre Helfer wollen die Geheimnisse der historischen Tempelanlage Varnenum lüften.

Kornelimünster. Kornelimünster war bereits vor seiner Gründung 814 ein geschichtsträchtiger Ort von großer Wichtigkeit. Dies beweisen neben den bereits zwischen 1907 und 1924 ausgegrabenen gallo-römischen Tempelüberresten des „Varnenum“ an der Breinigerstraße, auch die neuesten Untersuchungen der Universität Köln.

Mit Hilfe sogenannter geophysikalischer Prospektion, die durch die Verwendung geoelektrischer, geomagnetischer sowie durch Radargeräte erfolgt, soll, ohne Grabungen durchzuführen, herausgefunden werden, ob sich beispielsweise eine größere Siedlung um den Tempelbau befand.

Die Schaufel bleibt daheim

Dafür hat sich Stadtarchäologe Andreas Schaub gemeinsam mit Manuela Broisch vom Archäologischen Institut der Universität Köln an die Pächter und Grundbesitzer der umliegenden Felder und Wiesen gewandt. „Unser Ziel ist es, ohne Ausgrabung das Ausmaß dieses Kaltplatzes herauszufinden,“ so Schaub, dem die enge Absprache besonders wichtig war. „Wir wollen es im Boden lassen, aber wir wollen wissen, was da ist.“

Das ist noch schwer zu sagen, doch es wurden etwa Artefakte wie Keramikscherben gefunden, die definitiv durch Fehlbrände entstanden sind. Schaub: „Dies deutet auf eine anliegende Töpferstätte hin, da es wenig Sinn macht, dass jemand auf diese Höhe kaputte Krüge zu einem Tempel geschleppt hat.“

Um herauszufinden, ob hier so etwas wie Töpferhandwerk angesiedelt war, hat sich Manuela Broisch tatkräftige Unterstützung durch ihre Arbeitsgruppe Archäogeophysik der Uni Köln geholt. „Die Studenten werden durch dieses Praxis-Seminar einerseits an die verschiedenen Methoden herangeführt, andererseits können so direkt erste handfeste Daten gesammelt werden, die wir für unsere Untersuchung brauchen.“

So hat beispielsweise die Magnetik erste rechtwinklige Strukturen erfasst, die nicht auf eine Laune der Natur, sondern auf anthropologische Herkunft hindeuten. „Genauere Aussagen können wir aber erst nach der Auswertung treffen. Sollte die Untersuchung erweisen, dass das Varnenum nicht nur ein einfaches Heiligtum, sondern auch Teil eines größeren Siedlungsgefüges war, könnte eine Unterschutzstellung des Platzes konkretisiert werden“, sagen die Experten.

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