Kornelimünster - Kornelimünster-Kita sucht Super-Caterer

Kornelimünster-Kita sucht Super-Caterer

Von: Stefan Herrmann
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Gesundes und abwechslungsreiches Essen soll auf die Teller der Kinder: Das wünschen sich Sabrina Kanthak und die Mitglieder des Elternrats der Kita Alfons-Gerson-Straße – aber offensichtlich auch die Kinder. Foto: Michael Jaspers

Kornelimünster. Auch wenn es an diesem Nachmittag den Anschein hat: Dass die Kleinen der Kita Alfons-Gerson-Straße vor sprichwörtlich leeren Tellern sitzen, entspricht nicht der Wahrheit. Tatsache ist aber, dass die Eltern in der Einrichtung in Kornelimünster in Sachen Ernährung etwas ändern möchten.

Gerade erst veröffentlichte das Bundesernährungsministerium eine Studie, dass es auf den Speiseplänen von Deutschlands Schul-Mensen eine Menge zu verbessern gibt. Was für die „Großen“ gilt, sollte erst recht für die Kleinen gelten. Das Problem: Sabrina Kanthak und ihre Mitstreiter vom Kita-Elternrat finden keinen Caterer, der ihren Ansprüchen gerecht wird. Eine Situation, wie Kanthak versichert, wie sie sie auch bei Gesprächen aus anderen Aachener Kitas erfahren habe.

Höhere Qualität erreichen

85 Kinder besuchen die Kita Alfons-Gerson-Straße, 80 davon nehmen am Mittagessen teil. Eine Großküche liefert dieses seit vielen Jahren nach Kornelimünster. Doch in den vergangenen Monaten reifte bei den Eltern der Wunsch, das Essen für die Kinder auf eine neue Qualitätsstufe zu heben. Sie orientieren sich dabei an Checklisten – etwa von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie hat – wissenschaftlich fundiert – Qualitätsstandards für die Verpflegung von Tageseinrichtungen für Kinder aufgestellt. Standards, die der überwiegende Teil der Essensanbieter für Kitas bisher nicht beziehungsweise nur in Teilen erfüllt.

Es geht um abwechslungsreiche Kost möglichst ohne Geschmacksverstärker, Konservierungs- und Aromastoffe. Gesund soll es sein, mit viel Obst und Gemüse – und salzarm. Ein Punkt, der gerade bei der Ernährung von Kindern unter drei Jahren wichtig ist. Eine Ernährungsberaterin hatte die Kita im November besucht und erste Tipps zum Themenkomplex gegeben. Bald möchte die Kita zudem beim Projekt „AGIL – Aktiver, gesünder is(s)t leichter“ des Aachener Kinderschutzbundes gemeinsam mit dem Gesundheitsamt der Städteregion teilnehmen.

„Wir suchen nun eine Küche, die Qualitätsstandards wie die der DGE erfüllt“, sagt Kanthak (siehe Infobox). Bisher hakt es jedoch heftig bei der Suche. „Es gibt nämlich leider kein Branchenverzeichnis ,Caterer für Kinderessen‘“, ergänzt sie. Offizielle Stellen wie Verwaltungen dürfen keinen Rat geben, welche Küche besonders gesund und kinderfreundlich kocht – so sie denn überhaupt über solche Informationen verfügen.

Das stürzt die Kita-Familie in Kornelimünster aktuell in ein Dilemma: Sie würde gerne eine abwechslungsreichere und nahrhaftere Verpflegung für ihre Kinder bestellen, kann es aber nicht, da sie keine entsprechenden Anbieter findet. „Das ist deprimierend“, findet Kanthak. Sie wundert sich, dass sich Caterer bisher scheinbar kaum darauf eingestellt haben, die öffentlich so oft gewünschte gesunde Kost in Kitas und Schulen zu liefern. Sie weiß aber auch, dass das Ganze eine andere, genauer gesagt finanzielle Seite hat: 2 Euro pro Mahlzeit zahlen Eltern derzeit in der Einrichtung Alfons-Gerson-Straße.

Damit liegt sie bisher eher im unteren Segment. Für das Essen in der Kita müssen Eltern in Aachener Einrichtungen zwischen 1,90 Euro und 3 Euro pro Tag berappen – und zwar zusätzlich zum Kita-Beitrag. Dass gutes Essen seinen Preis hat, das wissen auch Sabrina Kanthak und die anderen Mitglieder vom Elternrat. „Wir Eltern halten es für sehr wichtig, dass unsere Kinder auch in der Kita noch besser mit gesundem Ess- und Trinkverhalten vertraut gemacht werden“, sagt sie.

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