Koordinationsstelle hilft Kindern schwer erkrankter Eltern

Von: Christiane Chmel
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Wertvolle Spenden: Martina Weichbrodt (l.) für die Johanniter-Hilfsgemeinschaft und Monika Bücken (2.v.r.) sowie Markus Frankenne für „Aixcellent“ überreichten die wichtige finanzielle Hilfe an Petra Stoschek (2.v.l.) und Brigitte Leyens vom Projekt Brückenschlag, das Familien mit schwer kranken Elternteilen unterstützt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. 24 Familien mit über 30 Kindern konnte durch das Projekt bereits geholfen werden: Die Aachener Koordinationsstelle Brückenschlag bietet Familien mit schwer erkrankten Elternteilen aktiv Unterstützung an und sorgt dafür, dass die Familienangehörigen mit der veränderten Lebenssituation sowie Ängsten und Sorgen besser zurechtkommen.

Das in Deutschland einzigartige Modellprojekt wird zu siebzig Prozent durch die Aktion Mensch gefördert und hat 2014 mit zwei hauptamtlichen Kräften seine Arbeit aufgenommen. Damit auch die restlichen dreißig Prozent finanziert werden können, ist das Projekt auf Spenden angewiesen. Aktuell konnte die Johanniter Hilfsgemeinschaft die Koordinationsstelle mit 8000 Euro unterstützen. 6000 Euro spendete das Unternehmernetzwerk „Aixcellent“, welches den Betroffenen auch praktische Hilfe anbietet.

„Nicht nur der Verlust einer gesicherten Versorgung droht, sondern auch vertraute Alltagsabläufe gehen häufig verloren, wenn ein Elternteil in einer Familie schwer erkrankt“, erklärt Andrea Petermann-Meyer, Mitinitiatorin des Projektes Brückenschlag und Leiterin der Sektion Psychoonkologie am Uniklinikum. „Jede Hilfe, die diesen Familien den Alltag erleichtert, ist willkommen.“

Die Betreuung minderjähriger Kinder von Müttern oder Vätern mit einer längeren schweren Erkrankung, die zum Tode führt, sei in Deutschland nur unzureichend geregelt. Die Mitarbeiterinnen der Koordinationsstelle organisieren deshalb bei Bedarf Haushaltshilfen, die Kostenübernahme der Krankenkasse, stellen den Kontakt zur Jugendhilfe her und vernetzen Unterstützungsangebote. Diese kommen auch aus dem Unternehmensnetzwerk „Aixcellent“. Darin haben sich rund vierzig Unternehmen aus der Region zusammengeschlossen. Fast jede Dienstleistung ist vertreten und kann den Betroffenen angeboten werden. „Schnelle und unbürokratische Hilfe ist uns wichtig“, betont Markus Frankenne, Vorsitzender des Netzwerkes.

„Ob Installateur, Elektriker, Rechtsanwalt, Versicherungsfachmann oder Frisör – Alle Mitglieder stehen dem Projekt Brückenschlag und den Familien zur Verfügung, wenn es darum geht, den Alltag ein wenig zu erleichtern.“ Hilfe, die zusätzlich zu der Unterstützung durch die Brückenschlag-Mitarbeiterinnen Petra Stoschek und Brigitte Leyens auch in Anspruch genommen wird. „Individuelle Lösungen für jede Familie zu finden, ist wichtig“, so Petermann-Meyer. „Damit den Betroffenen zielgerichtet, individuell, phasenübergreifend und nachhaltig geholfen werden kann.“

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