Aachen - Konzertlesung „Buen Vivir“ in der Citykirche

Konzertlesung „Buen Vivir“ in der Citykirche

Von: Julia Gröbbels
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Buen Vivir“ bedeutet nicht nur „Gutes Leben“, sondern umfasst weit mehr. Es ist eine Denkanschauung der indigenen Andenvölker, die in den letzten Jahren vermehrt internationale Aufmerksamkeit erregt hat. Der Grund dafür liegt in der Aufforderung lateinamerikanischer Politiker, zentrale Aspekte dieser Lebensweise auch in industrielle Gesellschaften zu integrieren.

„Buen Vivir“ zielt nicht nur auf ein Leben in Einklang mit der Natur und allen Geschöpfen, es bedeutet auch eine neue „Ethik der Entwicklung“, es fordert ein soziales und solidarisches Wirtschaften und eine Abkehr von Wirtschaftswachstum als zentralem Entwicklungskriterium. Der Ecuadorianer Alberto Acosta gehört zu den führenden Intellektuellen Lateinamerikas und ist der bedeutendste Verfechter des Konzeptes.

Um die Diskussion über das „Buen Vivir“ auch in Aachen anzuregen und zu befeuern, präsentiert die lateinamerikanische Musikgruppe „Grupo Sal“ mit Alberto Acosta am Freitag, 9. Mai, in der Citykirche ihr neues Programm, das einen informativen, aber auch künstlerischen Zugang zu der Frage nach einem guten Zusammenleben ermöglichen soll.

Alberto Acosta wird seine Ideen und Visionen zu dem Thema vortragen und über seine Erfahrungen bei der politischen Umsetzung berichten. Im Dialog mit dem Journalisten Thomas Pampuch werden Aussagen aus seinem Vortrag vertieft. Im Anschluss bietet Acosta die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

„Eine solche Veranstaltung passt wunderbar zum offenen und abwechslungsreichen Konzept der Citykirche“, sagt der Pastoralreferent der Citykirche, Dieter Spoo. Die Konzertlesung geht im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums des „Eine Welt Forums“ über die Bühne. „Das Konzept des Buen Vivir entspricht auch unseren vier Themen-Schwerpunkten: Gerechtigkeit, Menschenrechte, Völkerverständigung und internationale Solidarität“, erklärt Mona Pursey vom Eine Welt Forum.

Und weil „Gutes Leben“ immer auch etwas mit Kultur zu tun hat, will die Veranstaltung der politischen Debatte mit der Begleitung durch die „Grupo Sal“ auch eine künstlerische Dimension verleihen. „Die Veranstaltung soll in Zeiten einer Krise, die uns alle mittlerweile betrifft Denkanstöße aus dem Süden in den Norden bringen“, sagt Jürgen Jansen vom eine Welt Forum. Ein Anstoß zum Diskurs, der in dieser Zeit mehr als überfällig sei.

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