Konzert von Didier Laloy: In der Dunkelheit wirkt die Musik doppelt

Von: Eva Onkels
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Liegen statt sitzen - und das bei wachsender Dunkelheit: Zum Abschluss von „across the borders“ bot Didier Laloy im space des Ludwig Forums ein besonderes Konzert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Außergewöhnlich und intensiv – mit anderen Worten lässt sich das Konzert „Noir‘s“ von Didier Laloy nicht beschreiben. Nicht nur, dass ein Großteil des Konzertes in der Dunkelheit gespielt wurde, es gab auch kaum Plätze zum Sitzen bei dem rund 75 Minuten langen Konzert. Statt auf Stühlen Platz zu nehmen, lagen die Zuhörer auf Teppichen und Kissen auf dem Boden im Space, der Bühne des Ludwig Forums.

Wer dort keinen Platz bekam, konnte sich auf die Treppen legen, dort, wo normalerweise die Stühle stehen. Der Konzertabend war auch die Abschlussveranstaltung des „across the borders“-Festivals.

Die Motivation des leidenschaftlichen Akkordeonspielers Didier Laloy, ein Konzert im Dunkeln zu spielen, hängt mit seiner persönlichen Erfahrung zusammen. Laloy und seine Musiker wollten die Zuhörer die Musik so hören lassen, wie sie es tun: vollständig und ohne einen großen optischen Reiz. Die Musik wahrhaft erleben können. Um dies zu erreichen, wurde während des Konzerts immer sukzessive das Licht gedimmt und schließlich ausgeschaltet. „Laloy möchte seine Zuhörer in der Dunkelheit die Musik erleben lassen“, so beschrieb es auch Rick Takvorian, Leiter des Festivals.

Anders als man es vielleicht bei einem Konzert, das in seiner Ausführung Anklänge der Performance-Kunst besitzt, vermuten würde, spielten die Musiker keine moderne eklektische oder elektronische Musik, sondern bedienten sich bei der Volksmusik, Filmmusik, Chansons und Tangos. Einschlafen war durchaus erlaubt, nur schnarchen solle man besser nicht, erklärte Laloy zu Beginn des Konzerts. Ganz ohne Licht wollte man dann aber doch nicht bleiben.

Bei ersten Konzerten dieser Art hatte Laloy die Erfahrung gemacht, dass sich Teile des Publikums in völliger Dunkelheit nicht wohl fühlten und sich nicht vollständig auf die Musik einlassen konnten. Daher gab es ein präzise, vorsichtig ausgearbeitetes Lichtkonzept. Kleine Tischlampen verwandelten die Atmosphäre des Raumes immer wieder in ein großes gemütliches Wohnzimmer, kleine Lampen setzten hin und wieder Akzente bei den Musikern und die Discokugel an der Decke ließ sogar den Sternenhimmel ins Space hinein.

Kathy Adam am Cello, Pascal Chardome am Klavier und der Gitarre, Frédéric Maempré, Percussion, und schließlich Didier Laloy mit seinem Akkordeon begeisterten das Publikum und die Zeit ging im Flug vorbei, trotz Dunkelheit. Takvorian und Andreas Beitin, Direktor des Ludwig Forums, zeigten sich begeistert von dem Konzert, aber auch vom gesamten Festival. Vor vielen Jahren habe das Festival mal im Ludwig Forum angefangen, danach aber kaum noch dort stattgefunden.

In diesem Jahr, für das Ludwig Forum auch glücklich wegen des 25-jährigen Bestehens, waren beide angetan von den Möglichkeiten, die die enge Verknüpfung der Kunst des Ludwig Forums mit dem Kulturfestival bot. Besonders die Nutzung der Mulde im Ludwig Forum hob Beitin heraus: „Die Mulde war viele Jahre zugebaut“, erklärte der Leiter des Museums, „ich wollte die Mulde wieder nutzten. across-the-borders war eine tolle Möglichkeit für die Regenerierung der Mulde als Aufführungsort.“

Wie schon bei den anderen Veranstaltung gab es am Schluss viel Zuspruch für die Musiker und die Veranstalter. Das Konzert dürfte für die meisten eine einmalige Erfahrung gewesen sein – und geschlafen haben dürften die wenigsten.

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