Aachen - Konzert für die Krisengebiete dieser Welt

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Konzert für die Krisengebiete dieser Welt

Von: Eva Onkels
Letzte Aktualisierung:
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Eröffnete das Konzert im Krönungssaal: der Chor Ars Cantandi mit Herman Godland als Dirigent. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nach dem ersten Lied des Konzertes, „Je ne l’ose dire“ musste Christian Schneider, Geschäftsführer des Deutschen Komitees für Unicef, an die Kinder in der syrischen Stadt Aleppo denken. Kinder, für die Unicef momentan im Besonderen da ist und auch weiterhin da sein möchte, in allen Lebensbereichen.

„Neben Wasser, Nahrungsmitteln und Bildung fehlen den Kindern auch Momente der Gemeinschaft, der Musik und Kultur“, berichtete er. „Es geht jeden Tag neu darum, die Kinder über den Tag zu bringen, aber auch, ihnen Gemeinschaft zu bieten. Wir wollen Menschlichkeit ermöglichen.“

Traurige Worte im Krönungssaal

Es sind traurige Worte im Krönungssaal des Rathauses beim Unicef-Benefiz-Konzert am Abend des 26. Septembers. 1946, vor 70 Jahren, wurde Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, gegründet und die Arbeit der zahlreichen internationalen, nationalen und auch kommunalen Mitarbeiter und Ehrenamtler ist beeindruckend. Sie sind unterwegs in Kriegs- und Krisengebieten, helfen hungernden Kinder und solchen, die vor Kriegen geflohen sind. Damit diese Hilfe weiterlaufen kann, veranstaltete die Musikschule Aachen in Zusammenarbeit mit der Unicef-Gruppe Aachen ein Benefiz-Konzert zu Gunsten von Unicef mit Chor- und Orchesterwerken aus fünf Jahrhunderten.

Der Chor Ars Cantandi unter Leitung von Herman Godland eröffnete das Konzert mit Pierre Certons „Je ne l‘ose dire“ (Ich wage es kaum zu sagen). Certon lebte zwischen 1510 und 1572 und schuf neben zahlreichen Messen und Motetten etwa 300 Chansons, die für seine Zeit zum Teil gewagte Texte enthielten. Es folgte mit „Languir me fais“ ein ruhiges, sanftes und sehr harmonisches Lied von Claude de Sérmisy, genannt Claudin.

Drei italienische Lieder von Claudio Monteverdi schlossen den ersten Auftritt des Chores ab. Erwähnenswert war insbesondere das verspielte und koloraturenreiche Lied „Quel Augellin che canta“ (Du Vöglein singst so hold), welches der Chor mit Präzision vortrug. Mit Claude Debussys anspruchsvoller, aber auch wunderschönen „Suite für kleines Orchester“ entführten die Musikerinnen und Musiker des Orchesters Camerata Aquensis unter Leitung von Thomas Beaujean die Zuhörer in eine Zeit zwischen Romantik und Impressionismus.

Klarer Bergsee

Fast konnte man sich an einem klaren Bergsee sehen, mit einem plätschernden Flüsschen und singenden Vögeln. Ganz anders war Astor Piazzollas „Tres Minutos en la realidas“. Typisch für Piazzolla handelte es sich nicht um einen tanzbaren Tango Argentino, sondern um ein Stück, das zum Zuhören komponiert wurde. Piazzolla verbarg zunächst seine Begabung für den Tango. Erst als er 1954 nach Paris ging entdeckte einer seiner Lehrer die Begabung Piazzollas für Tangomusik und hielt ihn an, sich dem Komponieren dieser Musik zu widmen.

Dies war der Schritt Piazzollas hin zu dem Mann, als der er bis heute bekannt ist: Der Schaffer des sogenannten Tango Nuevo und unzähligen spannenden Werken dieser Musikrichtung. Es folgten Werke von Francis Poulenc, Paul Hindemith und Gioacchino Rossini. Mit Henry Purcells „My heart is inditing“, das der berühmte englische Komponist anlässlich der Krönung König James II schrieb, verabschiedeten sich Chor und Orchester mit einem gemeinsamen, beeindruckenden Werk der Barockmusik.

Als Zugabe wurde der letzte Teil – Allelujah – noch einmal gespielt, diesmal aber mit vertauschtem Dirigenten. Bei all der schönen Musik, das konnte man auch Christian Schneiders Worten entnehmen, sollte man aber vor allem diejenigen nicht vergessen für die das Konzert eigentlich gespielt wurde: Die Kinder in Aleppo.

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