Konzept gefordert: OB Philipp stinkt der Müll in der Stadt

Von: Robert Esser
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Andere Seiten aufziehen: Die Stadt will wildes Plakatieren - hier eine Wand an der Jülicher Straße - konsequent unterbinden und offiziell alternative Flächen für Veranstaltungshinweise anbieten. Foto: Robert Esser

Aachen. Dem OB und vielen Bürgern stinkts. Deswegen hat Oberbürgermeister Marcel Philipp das Thema „Sauberkeit in Aachen” jetzt zur Chefsache erklärt. Noch vor den Sommerferien soll der Stadtbetrieb - in Kooperation mit der Stawag - ein Handlungskonzept auf den Weg bringen, das die Kaiserstadt in Sachen Müll ein gutes Stück voranbringt.

„Die bestehenden Strukturen reichen dazu offenbar nicht aus”, sagt OB Philipp - auch hinsichtlich der geplanten Umstrukturierung des Stadtbetriebs. „Wir werden mehr Geld in die Hand nehmen müssen, um das Sauberkeitsproblem zu lösen - und dieses wollen wir schon für das kommende Jahr in den Haushalt einstellen”, sagt er.

Der Dezernentenriege im Verwaltungsvorstand präsentierte der OB am Dienstag Fotos, auf denen die dreckige Misere unübersehbar ist. Es geht um überfüllte Mülleimer, wildes Plakatieren, die Aufkleberflut auf Laternen, Ampeln und Stromkästen. Letztere sollen in Zukunft womöglich ganz offiziell (und organisiert) als Plakatflächen freigegeben werden. Hierfür wäre die Stawag zuständig.

„Wir wollen das prüfen lassen und suchen auch weitere Flächen in der Stadt, die für Veranstaltungsplakatierung in Frage kommen könnten”, erklärt Philipp. So sollen Ausweichorte für den plakativen Wildwuchs geschaffen werden, den die Stadt in den vergangenen Jahren offenbar auch mit restriktiven, sehr personalintensiven Maßnahmen bislang kaum eindämmen konnte. Zeitweise hatte der Stadtbetrieb die illegalen Plakate Stück für Stück eingesammelt und mitsamt der Pappunterlagen entsorgt.

Wildwuchs ganz anderer Natur ist dem OB in der City ein Dorn im Auge: „Manche Mülleimer, die an Laternen hängen, passen einfach nicht ins Bild. Sie sind teils mit neongrünen Holzlatten in der Altstadt befestigt. Das ändern wir.”

Rund 1000 Mülleimer gibt es auf öffentlichen Wegen, Plätzen und in den Aachener Parks. Viele werden nur ein Mal pro Woche geleert. Was etwa in Fußgängerzonen wie der Adalbertstraße völlig ausreicht, da unterhalb jeder moderner Metallsäule noch 650 Liter Abfall in einen unterirdischen Sammelbehälter passen. „Der Nachteil dabei ist, dass diese nach Angaben der Feuerwehr gerne mal angezündet werden - und der Brand im Sammelbehälter nicht direkt bemerkt wird”, sagt der OB.

Anderswo muss zwei Mal pro Tag geleert werden: zum Beispiel im Elisengarten und in Parks. Zur Grillsaison platzierte der Stadtbetrieb dort zusätzliche Mülleimer. „Nach einem sonnigen Wochenende fällt trotzdem so viel Müll an, dass sogar die Kollegen der Grünpflege zum Müllabtransport in die Parks ausrücken”, erklärt Rita Klösges vom städtischen Presseamt.

Mindestens ebenso ärgerlich - und kostspielig - ist es, wenn Hausmüll verbotenerweise in Abfallbehältern am Straßenrand landet. „Besonders im Ostviertel fällt regelmäßig auf, dass in den öffentlichen Mülleimern deutlich mehr anfällt als in anderen Stadtbezirken”, stellt Klösges fest. Nicht nur hier will man mit einer großen Marketingkampagne - angelegt an die Aktion „Frühjahrsputz” - das Bewusstsein der Bürger schärfen.

Bei vielen Menschen müsse endlich ein Umdenken erreicht werden: Wer Müll produziert, müsse den eben auch korrekt entsorgen - so das denkbar einfache Prinzip. Dennoch nimmt sich die Stadt auch selbst in die Pflicht: „Wir müssen flexibler agieren”, sagt Philipp. „Wenn die Wettervorhersage sommerliche Temperaturen verspricht, muss man das direkt bei der Einsatzplanung des Stadtbetriebs berücksichtigen.”

Ziel sei es, mit dem neuen Maßnahmenbündel schon bald ein spürbar schöneres Stadtbild zu erreichen. Wo Sauberkeit vorherrsche, sei die Hemmschwelle höher, Abfall sorglos aufs Pflaster fallen zu lassen, heißt es. Damit Bürger und OB die Kaiserstadt in Sachen Sauberkeit endlich dufte finden.

Ihre Meinung ist gefragt: Was soll die Stadt tun, um ein besseres Erscheinungsbild zu garantieren? Mit welchen Maßnahmen oder Strafen sollen Umweltsünder zu einem anderen Verhalten animiert werden?

Schreiben Sie an die AZ-Lokalredaktion, Stichwort „Sauberes Aachen”, Postfach 500 110, 52085 Aachen. Oder schicken Sie eine Mail an az-lokales-aachen@zeitungsverlag-aachen.de. Die Faxnummer lautet: 0241/5101360.
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