Städteregion Aachen - Konzept der Städteregion: Naturwissenschaften und Kultur im Doppelpass

Konzept der Städteregion: Naturwissenschaften und Kultur im Doppelpass

Letzte Aktualisierung:
15619905.jpg
Am Kaiser-Karls-Gymnasium im Einsatrz: Katharina Baerens (Kultur) und Andreas Kral (MINT) fördern in ihrer Eigenschaft als Koordinatoren verschiedene Projekte. Foto: Städteregion Aachen/Thomas Steinjan

Städteregion Aachen. Kulturarbeit im schulischen Alltag ist ein Gewinn für alle Beteiligten. Das kann Katharina Baerens voll bestätigen. Die Pädagogin ist Kulturkoordinatorin am Kaiser-Karls-Gymnasium (KKG). Ähnliches gilt für Andreas Kral, mit dem Unterschied, dass er am KKG die Funktion des MINT-Koordinators innehat.

„MINT“ steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. 2011 startete das Bildungsbüro der Städteregion mit der oberen Schulaufsichtsbehörde und in Abstimmung mit den Schulen erstmals eine Abfrage. Die Schulleiter sollten konkrete Mitglieder des Kollegiums für die Position des MINT-Koordinators benennen. 2014 erfolgte die gleiche Abfrage für die Gruppe der Kulturkoordinatoren.

Kommunikation steht ganz oben

Bei der Arbeit eines Koordinators sei, so Kral, „Kommunikation innerhalb des Kollegiums, aber auch nach außen, ein wichtiger Punkt“. Gerade vor diesem Hintergrund versuchen beide auch, die fachübergreifende Kooperation an der Schule zu fördern: „Anfangs lief vieles eher nebeneinander, Kooperationen gab es nur bedingt“, sagt Baerens. „Als Kulturkoordinatorin versuche ich, den Austausch innerhalb des Kollegiums zu fördern. Das ist zwar nicht immer einfach aber es gab schon einige übergeordnete Projekte.“

Wie diese aussehen können, zeigt sich an einem Beispiel, dem sogenannten „Elektrifizierten Zimmer.“ Dabei waren die Bereiche Kunst und Literatur ebenso beteiligt, wie die Physik. Die Schüler haben im Kunstunterricht kleine Modelle von Räumen gebastelt, die dann wiederum von anderen Schülern im Rahmen des Physikunterrichts mit Hilfe von Kabeln und Lampen mit einer Beleuchtung ausgerüstet wurden. Eingebunden waren diese Arbeiten in das literarische Thema „Dracula“, zu dem ein Literaturwettbewerb durchgeführt wurde.

Als Koordinatorin hat Katharina Baerens den Kulturbereich am KKG entscheidend mitgestaltet. Ihren Weg in diese besondere Funktion beschreibt sie so: „Ich habe in verschiedenen Aufgabenbereichen gearbeitet. Dazu gehörten zum Beispiel auch eine Theater-AG oder ein Lesekreis. Zwischen diesen Projekten habe ich aber den sprichwörtlichen roten Faden vermisst.“

Der Bereich „Kulturelles Lernen“ war am KKG schon lange Teil des Schulprofils. Im Vergleich zu den zwei anderen großen Feldern „Sprachen“ und „MINT“ trat dieser laut Baerens aber etwas in den Hintergrund. „Gefühlt fehlte einfach etwas. Das wollte ich ändern. In enger Abstimmung mit der Schulleitung habe ich dann angefangen, mich eingehender damit auseinanderzusetzen. Große Unterstützung kam dabei auch von Stellen außerhalb der Schule, etwa dem Bildungsbüro der Städteregion oder dem Centre Charlemagne.“

„Als Koordinator muss man Projekte nicht unbedingt selbst betreuen. Man kann mitgestalten und innovative Projekte gemeinsam mit Kollegen starten. Dazu hilft es, über den Tellerrand hinauszuschauen und auf Tagungen und Netzwerktreffen die Augen nach Ideen offen zu halten, die bestehende Strukturen der eigenen Schule hervorragend ergänzen“, sagt Andreas Kral.

Dass es weder bei ihm, noch bei Katharina Baerens daran mangelt, wird sofort deutlich. Eine der wichtigsten Aufgaben eines Koordinators ist es, anstehende Projekte zu betreuen. Das beginnt mit der Informationsbeschaffung, zum Beispiel über Netzwerke mit anderen Koordinatoren in NRW. Dann folgt die möglichen Ausgestaltung und zum Schluss die Organisation. Als Koordinatoren sind Baerens und Kral Ansprechpartner für ihre Kollegen am KKG, aber als auch für externe Kontakte.

Beide betreuen aber auch eigene Projekte. Zu diesem Zweck hat Katharina Baerens zu Beginn ihrer Arbeit als Kulturkoordinatorin zunächst einen Arbeitskreis gegründet: „Hier waren auch Schüler involviert. Als erstes haben wir eine Bestandsaufnahme gemacht und dann überlegt, was Kultur für uns am KKG bedeutet. Unsere Schule liegt zentral in Aachen, viele Kultureinrichtungen oder Museen wie das Centre Charlemagne oder das Grashaus befinden sich in unmittelbarer Nähe. Dadurch bieten sich Kooperationen an.“

Ein besonderes Projekt, das Andreas Kral zusammen mit einer Kollegin betreut, befasst sich mit dem Thema „3D-Druck.“ In Kooperation mit der FH Aachen haben die Schüler zuerst in einer Schulung den Umgang mit der entsprechenden Software gelernt, bevor sie ihre Kenntnisse dann am schuleigenen 3D-Drucker umsetzen konnten. „Das ist für die Schüler ein unheimlich spannendes Projekt, auch weil die Arbeit mit 3D-Druckern in Zukunft immer wichtiger wird“, erklärt Kral.

Sowohl in der Kultur- und in der MINT-Arbeit am KKG werden die Schüler ermutigt, sich von Anfang an aktiv einzubringen: „Wir geben nicht bloß Dinge vor“, sagt Andreas Kral. Auch Katharina Baerens betont, wie wichtig es ist, den Schülern Freiräume zu lassen: „Wir wollen eben nicht den Schülern Kultur quasi von oben verordnen, sondern sie aktiv und von Anfang an einbinden.“

Diese Herangehensweise zahlt sich aus und wirkt positiv auf die Schüler. Ob durch die Mitarbeit an Theateraufführungen oder die Teilnahme an Literaturwettbewerben. Alle, die mitmachen, können so persönliche Erfolgserlebnisse sammeln. „Das ist besonders für Schüler wichtig, deren Noten vielleicht nicht die besten sind. Diese Schüler können dann über die Mitarbeit in Projekten zeigen, was sie können und so aus sich herauskommen.

So wird das Interesse für Kultur bei ihnen nachhaltig geweckt.“ Das kann Andreas Kral ohne Abstriche bestätigen: „Wenn die Schüler an einem Projekt arbeiten, müssen sie sich mit allen Aspekten auseinandersetzen. Das reicht von der Planung und Organisation bis zum Einhalten von Deadlines. Dabei lernen sie vor allem, selbstständig zu arbeiten.“

Einfach mal ausprobieren

Außerdem sei es wichtig, den Schülern die Möglichkeiten zu geben, sich in verschiedenen Bereichen auszuprobieren. Einige würden dann merken, dass sie eine besondere Affinität zu den MINT-Fächern haben. So könne ein Feuer geweckt werden, sagt Kral: „Beispielsweise konstruierte einer meiner Schüler im Rahmen seiner Facharbeit eine Windkraftanlage und gewann damit ein Stipendium in Höhe von 12 500 Euro. Heute beschäftigt er sich an der RWTH leidenschaftlich mit der Weiterentwicklung von Windkraftanlagen für Entwicklungsländer.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert