Konzentration von Kompetenz für die Zukunft

Von: Rolf Hohl
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Eröffnung des „Center for Next Generation Processes and Products“: Bei der symbolischen Schlüsselübergabe formulierten Vertreter von Instituten und Politik ihre hohen Erwartungen an das neue Kompetenzzentrum. Foto: Andreas Steindl
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Eröffnung des „Center for Next Generation Processes and Products“: Bei der symbolischen Schlüsselübergabe formulierten Vertreter von Instituten und Politik ihre hohen Erwartungen an das neue Kompetenzzentrum. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wo früher noch Parkplätze waren, wird heute an der Zukunft geforscht. Jetzt wurde an der Forckenbeckstraße auf dem Campus Melaten das „Center for Next Generation Processes and Products“ (NGP 2) eröffnet.

Gleich fünf RWTH-Lehrstühle, die zuvor über das ganze Stadtgebiet verteilt waren, arbeiten an dem neuen Standort nun unter einem Dach. Davon versprechen sich Land, Bund und die RWTH neue Erkenntnisse in der sogenannten Bioökonomie.

„Unser Ziel ist der Wandel von einer erdölbasierten zu einer erneuerbaren Energieversorgung und damit auch ein Stück Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel zu übernehmen“, sagte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium. Er mahnte jedoch, auch die kritischen Aspekte dieser Forschung zu berücksichtigen. Diese beziehen sich vor allem auf die Nutzung von Wasser und Boden, die zur Produktion von Biomasse benötigt wird und damit teilweise mit dem Anbau von Lebensmitteln konkurriert.

Auch RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg plädierte dafür, bei der Forschung ebenfalls die gesellschaftliche Akzeptanz beispielsweise von Biotreibstoffen im Auge zu behalten. „Wir müssen in diesen politisch unruhigen Zeiten zeigen, dass die Investitionen der Gesellschaft in die Forschung auch sichtbare Resultate bringt“, sagte er.

Der Neubau mit seinen 11.000 Quadratmetern Mietfläche hat immerhin rund 50 Millionen gekostet. Das Geld kam zu einem Teil aus dem Bundesbildungsministerium und zum anderen vom Land Nordrhein-Westfalen und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb BLB.

Bioraffinerie als Herzstück

Das Herzstück des NGP 2 wird eine dreigeschossige Bioraffinerie sein, mit deren Hilfe die Umwandlung von Holz- und Grünmasse zu Biokraftstoffen erforscht wird. Vor allem wird es darum gehen, möglichst klimaneutrale Wertschöpfungsketten zu entwickeln und Produktionsprozesse in großem Maßstab zu testen. Aus diesem Grund arbeiten am neuen Standort sowohl Chemiker als auch Biologen und Biotechnologen zusammen.

Langfristig, so sagte Abteilungsleiter Dirk Meyer vom NRW-Forschungsministerium, könne in der Region ein grenzübergreifender Standort für führende Bioökonomie-Forschung entstehen. „Klimawandel und Ressourcenknappheit betreffen schließlich alle und sind daher auch nur gemeinsam zu bewältigen“, sagte er in Anspielung auf den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen. Daran werden im NGP 2 ab jetzt rund 200 Forscher und sieben beteiligte Institute mit Hochdruck arbeiten – denn die knappste Ressource ist noch immer die Zeit.

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