Aachen - Kontermauer blockiert die Straßenbauarbeiten am Karlsgraben

Kontermauer blockiert die Straßenbauarbeiten am Karlsgraben

Von: Sarah Sillius
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Immer noch Chaos: Die Reste de
Immer noch Chaos: Die Reste der Kontermauer sind nicht mehr zu sehen, sehr wohl aber die Auswirkungen der Bauarbeiten am Karlsgraben, die sich noch bis zum 11. November Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit der Kontermauer ließ Friedrich I. Barbarossa im 12. Jahrhundert den Wehrgraben vor der Stadtmauer befestigen. Was den Menschen damals nutzte, stört sie heute. Denn genau die Reste dieser Kontermauer standen vor einigen Wochen den Bauarbeitern am Karlsgraben im Weg.

Sie waren gerade dabei, im Auftrag der Stawag die restlichen Kanalarbeiten zwischen Kuckhoffstraße und Jakobstraße zu erledigen, da stießen sie auf das historische Mauerwerk. Aus diesem Grund herrscht am Karlsgraben immer noch Verkehrschaos. Eigentlich sollte die Baumaßnahme Ende August dieses Jahres abgeschlossen sein. So hatten es Stadt und Stawag geplant.

Archäologen hinzugezogen

Wirklich überraschend war das Zusammentreffen mit der Kontermauer aber nicht, räumt Stawag-Pressesprecherin Corinna Bürgerhausen ein. „Im Bereich des Inneren Grabenrings kann man eigentlich immer damit rechnen, auf Mauerreste zu stoßen.”

Bevor die Arbeiten weitergehen konnten, wurden Archäologe Winrich Schwellnus und sein Team von Sk Archeo Consult, dem Büro für archäologische Planung, hinzugezogen.

Sie haben den Fund genauestens dokumentiert. Es sei das erste Mal gewesen, dass größere Teile der Kontermauer zu sehen waren, sagt Schwellnus. Umso trauriger, dass die Mauer von den Arbeiten nicht ganz verschont blieb. „Für die Hausanschlüsse musste die Mauer an ein paar Stellen durchbrochen werden - aber möglichst substanzsparend”, sagt Schwellnus.

Mittlerweile wurde die Mauer wieder zugeschüttet und ist nicht mehr zu sehen. Die Arbeiten sind jetzt „in den letzten Zügen”, erklärt Regina Poth, Abteilungsleiterin für Straßenplanung und Straßenbau. Das bestätigt auch Bürgerhausen: „Bis zum 11. November wollen wir spätestens mit den Kanalarbeiten fertig sein.”

Bis dahin soll die Einbahnstraßenregelung zwischen Templergraben und Jakobstraße bestehen bleiben. Es sei aber möglich, dass die Fahrtrichtung noch einmal geändert wird. Nach Beendigung der Stawag-Arbeiten wird die Stadt noch die weiteren Radwegmarkierungen anbringen. Möglich also, dass mit Anbruch der Karnevalszeit noch immer keine Ruhe am Karlsgraben einkehrt. Gearbeitet werde aber weiterhin nur tagsüber, so Bürgerhausen. Man wolle die Anwohner nicht noch zusätzlich verärgern.

Verärgert sind die aber schon längst. Mansoureh Alamipoor zum Beispiel, die am Karlsgraben einen Friseursalon führt. „Mein Gott, wann wird diese Baustelle endlich fertig?”, fragt sich Alamipoor jeden Tag, wenn sie nach mehreren Runden endlich einen Parkplatz gefunden hat und auf ihre Kunden wartet.

Informiert wurde sie über die Verzögerung der Baumaßnahme nicht. „Nein, wir haben die Anwohner nicht noch einmal schriftlich informiert”, bestätigt Bürgerhausen. Die Beschwerden würden sich auch noch in Grenzen halten. Wer Fragen oder Anregungen hat, könne sich an die Beschwerdehotline der Stawag (Tel. 0241/1811444) wenden.

„Ich kann nicht mehr tun als warten”, sagt Alamipour. Die Friseurin hofft, dass ihr die Kunden trotz der Baustelle treu bleiben. Und, dass die Bauarbeiter nicht noch einmal durch einen historischen Fund aufgehalten werden.
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