Kontakte knüpfen und gemeinsam neue Wege gehen

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Spaß für die ganze Familie beim Fest der Begegnung auf dem Aachener Katschhof. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Mit einem imposanten Trommelkonzert, werden die Besucher wie von selbst zum Katschhof gelockt. Anlass ist das „Fest der Begegnungen”, das unter dem Motto „Zeit miteinander ohne Schranken” steht.

Bereits zum 30. Mal präsentieren 36 verschiedene, soziale Einrichtungen aus Aachen ihre Arbeitsstelle und bieten viele Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch an.

Helmut Huntgeburth, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe der Stadt Aachen, hofft auf rege Besucherzahlen: „Es soll hier eine nette Atmosphäre geschaffen werden. Die Besucher sollen mit den Behinderten in Kontakt treten. Denn durch Kontakte lernt man, die Scheu abzubauen. Mein Wunsch ist es, dass die Leute sich Zeit nehmen, und nicht einfach nur durchmarschieren. Zuhören und Kontakte knüpfen ist das, was wir erreichen wollen.”

Und genau dazu hat man auf dem Katschhof auch genügend Anlaufstellen. Von der Caritas, dem Autismus-Therapie-Zentrum, bis hin zu verschiedenen Selbsthilfegruppen, gibt es einen Einblick in den Arbeitsalltag.

Verwaltet werden die Stände von der Werkstatt der Lebenshilfe Aachen, die sich ehrenamtlich um die Aufstellung und die Organisation gekümmert hat. Auch alle anderen Aussteller sind ehrenamtlich da und nutzen die Gelegenheit, auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen.

Herbert Frings, Geschäftsführer der Lebenshilfe Aachen, bezieht sich vor allem auf einen wichtigen Punkt: „Nach der UN-Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderung, die vom Bundestag und Bundesrat beschlossen wurden, muss unsere Gesellschaft die sogenannte ,Inklusion umsetzen. Das bedeutet, dass es unsere Aufgabe ist, jeden Menschen mit Behinderung, egal welcher Art, als gleichwertiges Mitglied anzunehmen und zu behandeln.”

Es dürften keine Unterschiede gemacht werden. Man versuche, diese Gleichberechtigung durch Gespräche ein Stück weit praktisch umzusetzen.

An den vielen Ständen werden bereits kurz nach Eröffnung zaghaft erste Kontakte geknüpft. Man kommt miteinander ins Gespräch, und was mit einer Aussage über das tolle Wetter anfängt, wird schnell zu einem interessanten und aufschlussreichem Dialog. „Wir besuchen das Fest jedes Jahr, weil wir sehen wollen, was in Aachen in diesem Bereich alles möglich ist. Die Integration muss gefördert werden, es ist doch normal, verschieden zu sein”, erzählt Georg Schlümmer begeistert.

Doch nicht nur Stammgäste schlendern bei strahlendem Sonnenschein über den Katschhof, auch „Neulinge”, nutzen die Gelegenheit, sich einmal ganz entspannt über die Angebote und Möglichkeiten, zu informieren. Barrieren und Hemmschwellen werden dadurch spielerisch abgebaut.

Neben der großen Bühne, auf der es tolle live Musik der „”Rolling Bones„” vom Vinzenzheim zu hören gibt, unterhalten sich fröhlich einige Mitglieder des Rollstuhlsportclubs Aachen. „Die Menschen sollen auf uns aufmerksam gemacht werden und erkennen, dass man auch im Rollstuhl Sport treiben kann. Die Meisten wissen gar nicht, dass es diese Angebote gibt”, erzählt Jörg Brarigk.

Auch die Kinder kommen bei diesem Fest auf ihre Kosten: Kinderschminken, Trommelworkshops und Max der Clown sorgen für ein ausgefülltes Programm.

Bürgermeisterin Dr. Margarethe Schmeer, gratuliert in ihrer Ansprache den Vereinen zum 30. Geburtstag des Festes und ist begeistert von der Ideenvielfalt, die jedes Jahr aufs Neue präsentiert werde.

Schmeer wünscht sie vor allem, dass behinderte Menschen sich ganz selbstverständlich dazugehörig fühlen und dass der Umgang miteinander ganz ungezwungen ist.

Mit diesem Fest ist man dem Ziel auf jeden Fall ein großes Stück näher gekommen.
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