Kompetenzzentrum Mobilität sollte schon bezugsfertig sein

Von: Gerald Eimer
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Wo heute noch die Trümmer rumliegen, sollte eigentlich längst studiert werden: Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb baut das an der FH Aachen heiß ersehnte „Kompetenzzentrum Mobilität“ mit deutlicher Zeitverzögerung. Foto: Harald Krömer
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Ansehnlicher Entwurf: Neue Hörsäle, Seminar- und Laborräume sowie eine Mensa sollen die Studienbedingungen an der Fachhochschule deutlich verbessern.

Aachen. Mit deutlicher Verspätung nimmt der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) einen wichtigen Erweiterungsbau der Fachhochschule (FH) Aachen an der Hohenstaufenallee in Angriff. Für das neue „Kompetenzzentrum Mobilität“, das auf dem Eckgrundstück zur Mariabrunnstraße hochgezogen werden soll, könne jetzt die Ausschreibung vor der Auftragsvergabe erfolgen, teilte die stellvertretende BLB-Leiterin Ute Willems am Donnerstag mit.

Die ursprünglichen Planungen hatten eigentlich vorgesehen, den Neubau schon im laufenden Wintersemester zu beziehen.

Eine Trümmerlandschaft auf dem Grundstück macht derzeit deutlich, wie weit man von dieser Zielvorgabe noch entfernt ist. Kürzlich erst wurden die Pavillons abgerissen, die die FH bereits vor zwei Jahren geräumt hat, um Platz für einen ansehnlichen Neubau zu schaffen, in dem gleich drei Fachbereiche zusammengeführt werden sollen.

Lehrende und Studierende aus den Disziplinen Elektrotechnik, Maschinenbau und Mechatronik sowie Luft- und Raumfahrttechnik sollen dort unter einem Dach für den Verkehr in der Luft, auf den Straßen und auf der Schiene arbeiten. Dass dies noch lange nicht wie erhofft möglich sein wird, führt der BLB darauf zurück, dass die Mittel nicht wie geplant vom Land freigegeben worden seien.

Bis zu 40 Millionen Euro sind für das Kompetenzzentrum veranschlagt, das ein Baustein zum Hochschulausbauprogramm der FH ist, an der aktuell 11.300 Studierende eingeschrieben sind. Nicht anders als die RWTH kriegt auch die FH die Folgen des doppelten Abiturjahrgangs und der Abschaffung der Wehrpflicht schon jetzt voll zu spüren.

Um den Ansturm der Studierenden zu bewältigen und gute Studienbedingungen zu schaffen, hat sich die FH bereits im Jahr 2009 erfolgreich für das NRW-Ausbauprogramm beworben. Im Oktober 2009 gab der BLB den Sieger eines Realisierungswettbewerbs zum Instituts-Neubau an der Hohenstaufenallee bekannt: Das New Yorker Architekturbüro Studio MDA hat aus Sicht der Jury den überzeugendsten Entwurf vorgelegt.

Getrennt tüfteln

Alles deutete auf einen planmäßigen Ablauf hin: Noch im März 2010 zeigten sich die Professoren der drei Fachbereiche zuversichtlich, alsbald am neuen Standort gemeinsam an neuer Schienenfahrzeugtechnik, besseren Motoren, moderner Karosserietechnik und innovativer Fahrzeugelektronik arbeiten zu können. Doch bis auf weiteres werden sie an ihren alten Standorten Eupener Straße, Goethestraße und Hohenstaufenallee noch getrennt tüfteln müssen.

Erst am vergangenen Montag wurden nun die Bürger über das Bauvorhaben informiert. Baubeginn werde frühestens in zwei Monaten sein, meinte Willems am Donnerstag. Auf einen Fertigstellungstermin will sich der BLB noch nicht festlegen. Ein Umstand, der bei der FH alles andere als Begeisterung auslöst. Doch mit Kritik an den Abläufen beim BLB hält man sich von offizieller Seite bislang noch zurück.

Gleichwohl: Insgesamt sollen dereinst 3500 Studenten im Bereich Mobilität an der FH ausgebildet werden. Geschaffen wird dafür ein hochmoderner und ansehnlicher Komplex mit annähernd 5000 Quadratmetern Nutzfläche. Vier neue Hörsäle, zusätzliche Seminarräume, neue Laborflächen und eine Mensa werden in dem Kompetenzzentrum untergebracht, das auf die ganze FH ausstrahlen soll und nach den Worten des früheren BLB-Leiters Harald K. Lange „den Campus spürbar machen“ soll.

Hochgelobter Entwurf

Das New Yorker Büro MDA hat sich mit seinem Entwurf gegen 19 weitere eingereichte Arbeiten durchsetzen können und wurde seinerzeit mit einem Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro belohnt. „Es hat einfach den Vogel abgeschossen“, urteilte Jury-Vorsitzender Prof. Wolfgang Döring bei der Bekanntgabe im Jahr 2009. Dass es so lange dauern würde, bis die Pläne in die Tat umgesetzt werden, konnte er damals nicht ahnen.

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