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Kommentiert: Wo Ehrenamtler sich nicht stärken wollen

Ein Kommentar von Stephan Mohne

Glückwunsch, lieber Landesgesetzgeber. Ihnen ist in eindrucksvoller Manier etwas Außergewöhnliches geglückt.

Nämlich ein Gesetz zu erlassen, dessen vermeintliche Nutznießer auf breiter Front gar nicht nutznießen wollen – und das, obwohl diese erstens auch Ihre Parteifreunde sind und es dabei zweitens um eine ganze Stange Geld geht.

Nämlich in einer Stadt von der Größe Aachens genau 481,30 Euro pro Monat, also 5775,60 Euro pro Jahr. Die bekommt jetzt überwiesen, wer einem Ratsausschuss vorsitzt – ob er (bzw. sie) das nun will oder nicht. In Aachen jedenfalls will das niemand, in anderen Städten auch nicht. Was damit zu tun hat, dass man schon als Ratsmitglied 481,30 Euro pro Monat bekommt.

Also fast 1000 Euro pro Monat – das sieht schon eher nach Bezahlung als nach Entschädigung aus, wie die Linksfraktion meint.

Das macht sich auch öffentlich nicht so gut. Weil das komische Gesetz der „Stärkung des Ehrenamts“ dienen soll, folgender Vorschlag: Die 481,30 Euro (mal zehn Ausschüsse mal zwölf Monate) Vereinen – egal ob Soziales, Jugend, Sport oder Kultur – zukommen lassen.

Die krebsen teils seit Jahren wegen geringer Zuschüsse im Zeichen des klammen Haushalts am Existenzminimum herum. Dann macht das mit dem Ehrenamt auch Sinn. Der Hartz-IV-Regelsatz liegt übrigens bei 409 Euro. Aber das nur nebenbei.

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