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Kommentiert: Vom Pferd erzählen

Ein Kommentar von Albrecht Pelzer

Erzählen wir also etwas vom Pferd. Was will man machen in diesen Tagen? Es ist Tschio, und der Rest der Stadt verfällt in Sommerschlaf. Eine bemerkenswerte Symbiose.

Und immer wieder dieses Phänomen: Wenn Schulferien sind, hat es den Eindruck, als würde eine ganze Stadt Urlaub machen. Ab in die Toskana. Oder in der Sparversion: Domburg. Das Telefon schweigt (sehr häufig). Die Mailserver fahren halbe Kraft. Aber es müssen noch ein paar Menschen übrig geblieben sein zwischen den zumeist freien Parkplätzen rund um Dom und Rathaus.

Rund 2000 begrüßten zum Wochenstart das CHIO-Partnerland auf dem Markt. Das Fest hat Tradition. Und birgt immer wieder Raum für neues. Zum Beispiel für Aachener, die in Burtscheid wohnen und das erste Mal Aachen besuchen. Das ist doch Blödsinn, werden Sie sofort mutmaßen. Ist es aber nicht. Armin Laschet in Aachen, zum ersten Mal. Politische und protokollarische Feinheiten machen es möglich. Genau muss es nämlich heißen: Der neue Ministerpräsident des Landes NRW besucht in dieser Funktion offiziell das erste Mal Aachen. Und damit darf er sich direkt im Goldenen Buch der Stadt verewigen. Ein Öcher in Aachen. Schöne Geschichte.

Und dann der Knalleffekt: Wieder wird ein Geldautomat gesprengt. Nach dem – aus Sicht der Bösewichte – missglückten Versuch auf der Trierer Straße machen Unbekannte Beute in einer Sparkassenfiliale in Walheim. Mitten in der Nacht werden die Anwohner von einem lauten Knall geweckt. Bevor die Polizei vor Ort eintrifft, sind die Täter über alle Berge.

Wenn man etwas vom Pferd erzählt, dann muss das nicht unbedingt unter den Lebenden sein. Es kann sein Dasein auch in Kunststoffform fristen. Und auf dem Flur stehen – obwohl es eigentlich genau dort nicht sein wollte. Wieder einmal nahm das Ordnungsamt Anstoß daran, dass eine Einzelhändlerin ein wenig Imagewerbung für den CHIO und für Aachen machen und nebenbei eine ziemlich heruntergekommene Einkaufsminimeile aufhübschen wollte. Paragrafenreiter an die Front! Okay, die Stadt merkte schnell, dass sie sich vergaloppiert hatte, und genehmigte die Rückkehr des Pferdes vom Flur auf die Straße. Warum es erst diesen Disput geben muss, erschließt sich einem noch nicht einmal beim dritten Wiehern.

Jetzt geht es also noch zwei Tage ums Pferd. Genauer um Pferde. Über Hindernissen, in Vierecken, auf der Wiese oder vor Kutschen. Was für schöne Bilder aus Aachen werden da in alle Welt gesendet. Stimmungsvoll, spannend. Aachen und sein Tschio, das passt! Da darf man dann auch ein klein wenig stolz sein. In diesem Sinne: schönes Wochenende!

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