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Kommentiert: Umweltzone hin oder her, Aachen ist Modellstadt

Ein Kommentar von Stephan Mohne

Natürlich wird bei der EU oder im Bund niemand den Aachenern sagen: Ihr dürft auf die Umweltzone verzichten. Brüssel würde seine eigene, rein auf Grenzwertverwaltung gerichtete, Luftreinhaltepolitik ad absurdum führen – ebenso das Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland.

Aber: In Brüssel und Berlin sollte man gut zuhören, wenn Aachen dort seinen ganz besonderen Weg zu besserer Luft mit all seinen Maßnahmen, etlichen Partnern wie Hochschulen und Kammern und innovativen Ideen präsentiert. So gab es hier scharfe Grenzwerte für Kaminöfen, als im Bund darüber noch gestritten wurde, um nur ein Beispiel zu nennen. Es ist eine gute Chance für Aachen, sich als fortschrittliche Stadt zu zeigen – und vielleicht so auch weitere Fördertöpfe zu öffnen und neue Partner für den eigenen Weg zu finden, an dem sich manche andere Stadt, die über die von oben verordnete Umweltzone hinaus nicht viel tut, ein Beispiel nehmen können. Dieser Weg ist steinig und bringt einem nicht nur Freunde ein. Deshalb ist die jahrelange kompetente und hartnäckige Arbeit insbesondere der Umweltfachleute in der Verwaltung um so höher zu bewerten. Dieser Weg muss weitergegangen werden – ob nun die an Unfug grenzende weil wenig wirksame Umweltzone kommt oder nicht. Dafür muss weiter investiert werden, es geht schließlich um die Gesundheit.

Apropos: Auch Brüssel, Berlin und Düsseldorf können sich in Sachen Innovation und Fortschritt eine Scheibe von Aachen abschneiden, statt immer nur zu drohen und anzuordnen. Einen in politischen Sonntagsreden stets geforderten Durchbruch der E-Mobilität wird es erst geben, wenn dafür massiv Geld in die Hand genommen wird. Solange ein Elektroauto fast das Doppelte kostet wie sein Pendant mit Verbrennungsmotor, wird es ein Ladenhüter bleiben. Die Liebe zur Luftreinhaltung geht eben auch übers eigene Portemonnaie. Da gilt es anzugreifen.

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