Kommentiert: Politik kneift bei Debatte über Bordell

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Kommentiert: Politik kneift bei Debatte über Bordell

Ein Kommentar von Robert Esser

Die öffentliche Debatte über die Frage, ob Bordelle in der Antoniusstraße bleiben sollen oder nicht, will die Politik lieber nicht zulassen. Nur hinter verschlossenen Türen. Peinlich. Man kneift.

Da dürfte sich die Stadtverwaltung einiges angehört haben, die konsequenterweise in ihrer Vorlage für den Planungsausschuss formuliert, dass Sicherheitsbedenken der Polizei sehr wohl eine Neubewertung der Lage im Altstadtquartier Büchel und damit auch eine Auslagerung des Bordellbetriebs nötig machen könnten. Natürlich! Wie absurd, dass CDU, SPD, Grüne, Linke und Piraten dies – öffentlich – nicht einmal in Erwägung ziehen wollen. Dabei gibt es in den Fraktionen längst Politiker, die an der sturen Haltung („Rotlichtszene muss in der Antoniusstraße bleiben!“) Zweifel anmelden – hinter vorgehaltener Hand.

Doch was letztlich Vision bleibt, und was tatsächlich realpolitisch umsetzbar ist, ist eine ganz andere Frage. Darum muss nun Zeit für eine sorgfältige Abwägung der kritischen Einwände zum Verbleib des „Sträßchens“ sein, das fernab jeder Sozialromantik unstrittig ein Ort grausamster Ausbeutung von Frauen ist. Und selbstverständlich wird die Standort-Debatte öffentlich geführt. Dass der Ausschuss nur ohne Publikum Tacheles reden wollte, ist lächerlich. Zumal die meisten Alternativstandorte für ein Laufhaus bekannt sind.

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