Kommentiert: Mehr Mut zur Lücke!

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Kommentiert: Mehr Mut zur Lücke!

Ein Kommentar von Matthias Hinrichs

Mittwochmittag war die Feuerwehr im brandneuen Kulturdepot an der Talstraße im Einsatz – Fehlalarm. Wenigstens diesmal. In Sachen Finanzen werden Kämmerin respektive Stadtrat jetzt nämlich einmal mehr Feuerwehr spielen müssen. Das Depot hat sich zur veritablen Kostenfalle entwickelt – besser: Offensichtlich war es von Beginn an eine.

Man wird den Eindruck nicht los, dass die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung beim heiklen Millionenprojekt nicht immer mit offenen Karten gespielt haben. Nicht zum ersten Mal muss jetzt „nachgebessert“, sprich: kräftig draufgesattelt werden, um das ambitionierte Ziel – Schaffung einer hochattraktiven Kultur- und Begegnungsstätte am nicht gerade auf Rosen gebetteten Standort zwischen Nord- und Ostviertel – zu erreichen.

Dass zuletzt auch die Kosten für die Ausgestaltung der „Piazza“, als vielseitig nutzbarer Veranstaltungsort das Herzstück des Objektes, verfrühstückt werden mussten, rächt sich nun auf bittere Weise. Da hätte die Verwaltung längst Alarm schlagen müssen – selbst wenn das Problem auch für die politischen Fraktionen gewiss nicht so überraschend daherkommt, wie es bei der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses den Anschein hatte.

Schließlich hat das Thema Depot schon ungezählte Male auf der Tagesordnung der Ratsausschüsse gestanden. Merke: Kommunikation ist immer sinnvoll, wenn das Kind nicht in den Brunnen fallen soll. Die schmerzhaften Folgen ausbaden muss einmal mehr – der Steuerzahler.

Das Kulturdepot hat sich fraglos schon jetzt zur wunderbaren soziokulturellen Plattform für die Stadt gemausert. Es bietet eine tolle Chance, den Bildungs- und Kulturstandort nachhaltig mit neuem Leben zu füllen. Dass es den berühmten Kostenrahmen längst sprengt – dazu hätten alle Beteiligten rechtzeitig stehen können und müssen. Statt dessen wird nicht erst seit Mittwoch so getan, als seien Finanzierungslücken quasi Knall auf Fall aufgetreten. Das ist nicht der Fall. Gediegenes Management sieht anders aus.

Gleiches lässt sich für die Mehrkosten in Sachen Route Charlemagne sagen: Dass die höchst aufwendige digitale und interaktive Technik in den einzelnen Stationen entsprechend dauerhaft finanziert, weil instand gehalten und aktualisiert werden muss, liegt auf der Hand. Warum dieser Aspekt in den laufenden Etats der Verwaltung nicht oder zumindest nicht hinreichend berücksichtigt wurde, verstehe, wer will.

Auch die Angebote der Route Charlemagne können sich wahrlich sehen lassen. Dann müssen die Verantwortlichen aber von vornherein mehr Mut zur Finanzlücke beweisen, den wirklichen Kostenrahmen so abstecken und benennen (!), dass der nächste finanztechnische Feuerwehreinsatz erst gar nicht erforderlich wird. Sparen könnte man dann vielleicht bei der einen oder anderen Wahlkampfrede zum unabdingbaren Stellenwert der Bildungspolitik.

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