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Kommentiert: Manchmal genügen für Großes Kleinigkeiten

Ein Kommentar von Albrecht Peltzer

Manchmal reicht ein Punkt, um alles zu Fall zu bringen. Also kein Satzzeichen. Eine Maßeinheit. Um eine Schriftgröße zu definieren. Rund 0,35 Millimeter. Kaum wahrnehmbar eigentlich.

Zumindest bei normalem Blick auf die Dinge. Aber so ein Pünktchen reicht, um für eine mächtige Panne zu sorgen. Der Name einer Partei war auf den Stimmzetteln für die Landtagswahl in Aachen um genau diese 0,35 Millimeter im Vergleich zu den anderen Parteien zu klein geschrieben. Ein Fehler der externen Druckerei, wie der OB am Mittwoch betonte. Aber der Fehler könnte dazu führen, dass diese Partei Ärger macht. Und daher wurden die ganzen Stimmzettel kurzerhand eingestampft und neue gedruckt.

Damit alle Kandidaten punktgenau auf der gleichen Höhe sind. Zumindest vor dem Urnengang. Dass danach der ein oder andere (Prozent-)Punkt beim Wahlergebnis fehlen könnte, liegt dann weder in der Verantwortung der Druckerei, noch in der des Wahlleiters. Das sind Sie dann schuld. Also nicht Sie persönlich. Aber die Wähler. In den Analysen werden wir das am Abend des 14. Mai schon erklärt bekommen.Schöne moderne Welt! Digitales Zeitalter! Oder doch nicht? Was für eine Zeitreise kann man im Fachbereich Wahlen erleben!

Da stapeln sich mehr als 160 Koffer, die aus einer Zeit stammen, als der Oberbürgermeister der Stadt Aachen noch Hermann Heusch hieß und die CDU alle Wahlen gewann. Herrliche alte Stücke, ohne Rollen und Zahlenschloss. Koffer, wie man sie nirgendwo mehr auf der Welt auf Flughäfen, in Bussen oder Bahnen zu sehen bekommt. Aber im Wahlamt der Stadt Aachen! Und was das Ganze soll?

Nach Schließung der Wahllokale müssen die Stimmzettel schließlich weitertransportiert werden. Und dafür benutzt das Wahlamt traditionell diese Koffer. Wie herrlich traditionell. Richtig liebenswert nostalgisch. So wird es also auch bei dieser Landtagswahl in Aachen sein. Aber: Der OB heißt nicht mehr Heusch, und ob die CDU gewinnt, ist zumindest nicht so sicher wie – sagen wir mal nur als Beispiel – am 27. Juni 1954. Da holten die Christdemokraten in der Stadt (und auch im Landkreis) Aachen die absolute Mehrheit. Im Wahlkreis Aachen I setzte sich Dr. Josef Hofmann durch, im Wahlkreis II gewann Johannes Ernst – übrigens beide Mitbegründer der damaligen Aachener Volkszeitung, der Namensvorgängerin der Aachener Zeitung.

Apropos Wahl: Wir haben uns in dieser Woche einmal umgehört, welche Themen den Wählerinnen und Wählern denn so auf den Nägeln brennen. Sicherheit wurde genannt, Kinderbetreuung, Bildung und Gerechtigkeit. Die kommenden Wochen werden zeigen, welche Antworten die Kandidatinnen und Kandidaten denn darauf so parat haben.

Man könnte so platt formulieren: Was lange währt, wird später fertig. Leider ist es nicht platt, sondern real. Zumindest was das Ansinnen angeht, in Aachen eines der größten und modernsten Hörsaalzentren Europas zu bauen. Das sollte im Oktober 2013 fertig sein, weil dann der Doppel-Abiturjahrgang die Unis stürmte. Gestürmt sind sie, aber nicht ins neue Hörsaalzentrum an der Claßenstraße. Das wurde erst knappe vier Jahre später fertig. Nächste Woche Dienstag gehen die Türen im „Carl“ (Central Auditorium for Research and Learning) offiziell auf. Kleine Verzögerung.

Die Woche in Aachen: Da ist die Stadt doch arg im Ferienmodus. Und passend dazu wird dann das Wetter schlechter. Gemein. Trotzdem: schöne Ostertage!

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