Kommentiert: Kölnisch Wasser

Von: Albrecht Peltzer
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Die Wetterprognose? Regnerisch. Und zwar in 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit. Normalerweise würde man jetzt also schreiben: Der Besuch im Freibad fällt aus. Wenn er nicht sowieso ausfallen würde, egal mit welcher Prozentwahrscheinlichkeit man baden geht. Letzteres ist die Stadt in dieser Woche. Und das gründlich.

Denn wie mit dem Thema Bakterienverunreinigung umgegangen worden ist, spottet jeder Beschreibung. Das ist schon starker Tobak, wenn bakterienversuchte Wasserproben mit technischen Pannen verklärt werden. Dass 4000 Badegäste sich gleichzeitig mit Pseudonomaden im Becken tummelten, wurde erst auf mehrfache Nachfrage bestätigt. Gratulation!

Im Regen stehen zur Zeit auch Aachens Piraten, die dabei sind, ihr gerade einmal vom Stapel gelaufenes Schiff namens Fraktion auf Schlingerkurs zu bringen. Der Start ist jedenfalls gnadenlos in die Hose gegangen. OB-Kandidat Marc Salgert ist seinen Job als Fraktionsassistent los, Ex-Ratsherr Felix Bosseler zieht seine Kandidatur als Fraktionsgeschäftsführer zurück. Fehlt nur noch, dass die drei gewählten Ratsherrn das Ruder aus der Hand geben. Wundern würde man sich nicht. Bereits Mitte der vergangenen Ratsperiode hatte der Einzelpirat die Nase voll und machte Platz für einen anderen Nachwuchspiraten. Politische Leichtmatrosen.

Und dann: die Tivolibrücke, die jetzt CHIO-Brücke heißt, obwohl sie gebaut werden musste, damit der Tivoli gebaut werden durfte. Der ALRV hat Gutes getan und zur Finanzierung der Brücke beigetragen. Wenn er gewusst hätte, das das Bauwerk eher für schlechte, denn für gute Nachrichten gut ist . . . Auf jeden Fall ist die Brücke, die keiner braucht, schon wieder ein Sanierungsfall. Der Belag ist‘s diesmal. Jetzt müssen Fußgänger das tun, was sie ohnehin (fast) immer tun: Die Brücke meiden und brav den ebenerdigen Überweg benutzen. Also bleibt alles beim Alten. Und wenn die Alemannia wieder in der Bundesliga spielt, braucht das Teil auch keiner mehr. Dann kommen alle mit eigenem Elektrogleitflieger zur Krefelder Straße. Mindestens.

Die vergangenen Tage standen natürlich ganz im Zeichen der Heiligtumsfahrt und der großen Karlsausstellungen. Viele tausend Menschen sind nach Aachen gepilgert und viele tausend werden noch kommen bis Sonntagabend. Gastronomie und Handel frohlocken um die Wette – die Umsätze gehen nach oben. Und: Kölnisch Wasser wird knapp. Das sollte man bedenken, bei der Planung fürs Jahr 4711, pardon, 2021.

Die Woche in Aachen: Fröhlich, friedlich, besinnlich ist die Atmosphäre nicht nur rund um Dom und Rathaus. Was können dem schon 75 Prozent Regenwahrscheinlichkeit an diesem Wochenende ausmachen? Nichts! In diesem Sinne: Ihnen eine gute Zeit!

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