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Kommentiert: Katschhof oder Dürener Markt

Ein Kommentar von Albrecht Peltzer

Er hat sich die Bühne – quasi – mit den ganz Großen geteilt. 2000 war Olaf Müller, noch Leiter des städtischen Kulturbetriebs, einer der Hauptorganisatoren der Karlspreisverleihung an den 42. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Bill Clinton.

Und er weiß, was sich andere damals gefragt haben und noch heute fragen: Warum Clinton mit unglaublichem Brimborium geehrt wurde. Und noch vor Kurzem spielte Müller quasi Bundespräsident. Eigentlich sollte er Gauck bei der Eröffnung der Karlsausstellungen auf dem – übrigens wie bei Clinton auch – Katschhof ansagen. Doch der erste Mann im Staate verspätete sich, Müller stand zur Gaudi des Publikums gefühlte zwei Stunden regungs- und wortlos am Rednerpult...

Das könnten nun Anekdoten für Müllers Rückblick auf seine Aachener Zeit werden. Wenn denn sein geplanter Karrieresprung klappt. Der 55-Jährige will Landrat in Düren werden. Zunächst muss der gestandene Genosse noch einen SPD-Kollegen weggrätschen, dann könnte es im September kommenden Jahres zum Finale kommen. Düren hat zwar keinen schönen Katschhof, aber einen mehr oder weniger hässlichen Markt. Da kann man bestimmt auch doubeln. Den Landrat vielleicht...

Die Serie reißt nicht ab: 50 Überfälle in 41 Tagen. Wenn denn überhaupt alle Delikte von der Polizei öffentlich gemacht werden. Vielleicht sind es noch mehr. Jetzt konnte wieder ein jugendlicher – gerade einmal 15 Jahre alt! – gefasst werden. Intensivtäter nennt die Polizei diese jungen Männer, die schon eine bemerkenswerte kriminelle Karriere hinter sich haben. Wenn gegen einen 15-Jährigen Untersuchungshaft angeordnet wird, dann muss da schon jede Menge aktenkundig sein.

Wieder ein Rekord: Rund 7000 junge Menschen haben in diesen Tagen ihr Studium an der RWTH aufgenommen. Fast 55.000 Studierende sind an den Hochschulen eingeschrieben. Aachen als Wissenschaftsstadt, als Forschungsschwerpunkt, als Studentenstadt – die Zahlen beschreiben dies eindeutig. Aber etwas war anders in diesem Jahr. Die großen Saufgelage und Müllexzesse blieben bei der traditionellen Erstsemester-Rallye aus. Bemerkenswert allemale. „Wilde Party ohne Katerstimmung“ titelten wir am Donnerstag dieser Woche. Eine Schlagzeile, die sich gern wiederholen darf. Dass die jungen Menschen dann bei der anschließenden Shuttle-Party durch Aachens Club-Szene vom Öcher Platz- und Dauerregen quasi weggeschwemmt wurden, nahmen die meisten Beteiligten mit (Galgen-)Humor.

Die Freude über so viele junge Menschen in der Stadt wird getrübt von der Tatsache, dass preiswerter Wohnraum schwer zu finden ist. Auch mit dem Bau von Studentenbuden geht es nicht so richtig voran. Das Projekt am Kastanienweg verzögert sich, auch am Veltmanplatz, auf dem Areal des ehemaligen Wollforschungsinstitutes, wollte man schon wesentlich weiter sein.

Die Woche in Aachen: Da bangen die Mitarbeiter von SMS Meer um ihre Zukunft. Das Aachener Werk in Aachen zieht nach Mönchengladbach. Positive Nachrichten gibt es von anderer Stelle: DocMorris feiert Richtfest auf Avantis. 500 Menschen werden einmal dort ihrer Arbeit nachgehen. Es geht voran mit dem grenzüberschreitenden Gewerbegebiet. Ganz langsam, aber immerhin. In diesem Sinne: schönes Wochenende!

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