Kommentiert: Katastrophalen Crash hingelegt

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Kommentiert: Katastrophalen Crash hingelegt

Ein Kommentar von Oliver Schmetz

Alles wird schneller, besser, komfortabler, effizienter mit den elektronischen Fahrscheinen, hat die Aseag ihren Aufbruch in die totale Digitalisierung beworben – von wegen!

Kann man die ohnehin schon massiven Probleme bei der Zustellung der neuen Chipkarten mit viel Wohlwollen noch als Kinderkrankheiten abtun, hat das Nahverkehrsunternehmen nun einen katastrophalen Crash hingelegt. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn ganz sicher Hunderte, wahrscheinlich aber sogar Tausende treuer Kunden verprellt werden, indem man sie fälschlicherweise als säumige Zahler anmahnt, ihnen kündigt und sogar mit Inkassounternehmen droht?

Wie soll man es sonst nennen, wenn man ganz hip mitsurfen will auf der digitalen Welle, sich dabei aber über Kundenbedenken – etwa was das unsinnige Scannen der „eTickets“ beim Einstieg angeht – arrogant hinwegsetzt? Und es dann selber nicht hinkriegt, sensible Kundendaten hausintern sauber vom alten aufs neue System zu übertragen? Keine Frage: Da hat sich jemand schwer verhoben.

Aber das ist leider nicht alles. Das alles hätte man noch halbwegs reparieren können mit einem vernünftigen Krisenmanagement. Warum hat man den falschen Kündigungsschreiben keine echten Entschuldigungen hinterhergeschickt? Warum hat man – als das Ausmaß des Dilemmas schon klar gewesen sein musste – nur eine lächerliche Notiz auf der eigenen Website veröffentlicht, in der von einigen betroffenen Kunden die Rede war?

Weil man restlos überfordert war, weil das totale Datenchaos herrschte, weil man völlig den Überblick verloren hatte? Diese Antworten drängen sich auf, aber sie wären bitter. Denn in einer Stadt, die dringend eine bessere Luft benötigt, braucht es einen schnelleren, besseren, effizienteren ÖPNV – ganz egal, ob digital.

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