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Kommentiert: In Erinnerung an Walter Zabel

Ein Kommentar von Stephan Mohne

Ich war selber ein Kind, gesund, Grundschüler. Im TV verfolgte ich die Sesamstraße. Und die ZDF-Serie „Unser Walter“. Da war ein Kind in meinem Alter, das anders aussah und das man „Mongo“ schimpfte. Heute würde man sagen: Walter wurde mit dem Down-Syndrom geboren.

Aber dieses „kranke“ Kind durfte anders als ich nicht in den Kindergarten, nicht in die Schule. Das ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Zum Glück haben sich die Zeiten geändert. Integration, Inklusion – das sind die Schlagworte, die man sich auch politisch gerne an die Brust heftet.

Behinderte und nicht-behinderte Kinder lernen in integrativen Kitas völlig selbstverständlich voneinander. Das hat einst Überwindung gekostet, das kostet heute auch Geld. Denn Kinder mit Förderbedarf brauchen auch therapeutische Betreuung.

Eine Diskussion darüber, wer für welche Kosten aufkommen muss mit der Folge, dass diese ganzheitliche Betreuung ins Wanken gerät, ist beschämend. Mir ist es völlig wurscht, wer zahlt. Hauptsache, es macht jemand. Das hat bisher funktioniert. Ob Landschaftsverband, Stadt, Krankenkassen: Da wird für bisweilen viel Stronks viel Geld ausgegeben, während hier nun über für die Betroffenen existenziell wichtige Ausgaben kleinkariert gestritten wird. In Erinnerung an Walter Zabel und unselige „Mongo“-Zeiten verbietet sich jede weitere Diskussion.

s.mohne@zeitungsverlag-aachen.de

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