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Kommentiert: Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!

Ein Kommentar von Oliver Schmetz

Es ist eine dieser Geschichten, die einem einfach nicht in den Kopf wollen. Da versagt die Stadt einem schwerst gehbehinderten Mann einen Parkplatz vor der Haustüre, weil dort die Parknot nicht groß genug ist. Und sagt ihm mit anderen Worten: Du bist zwar sehr krank, aber deine Qualen sind noch nicht groß genug.

Erst wenn du jeden Tag laufen müsstest, obwohl du es eigentlich kaum kannst, können wir dir helfen. „Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!“, möchte man da ausrufen. „Und packe noch Einfühlungsvermögen hinzu!“   Zum einen müssten dann auch penible Bürokraten mit ein bisschen Nachdenken auf die Idee kommen, dass die Argumentation der Stadt andersherum noch viel besser funktioniert. Wo es so viele Parkplätze gibt, kann man doch gut einen reservieren. Einem wird geholfen, keinem geschadet – und allen ist gedient!

Doch leider scheinen hier die Bestimmungen ja wichtiger zu sein als die Menschen, denen sie doch eigentlich dienen sollen.   Zum anderen zeigt die Geschichte, wie schwer es Nicht-Behinderten immer noch fällt, sich in die alltäglichen Nöte und Zwänge Behinderter hineinzufühlen. Hand aufs Herz: Ist Ihnen doch bestimmt auch schon passiert, oder? Wir können also nicht nur mit dem Finger auf gedankenlose Bürokraten zeigen, sondern dürfen uns alle selbst an die Nase fassen.

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