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Kommentiert: Faules Ei, saurer Apfel

Ein Kommentar von Stephan Mohne

Dass der Kauf des Tivoli für die Stadt eine bittere Pille ist, war schon vor einem Jahr klar, als man die „Spezialimmobilie“ aus der Insolvenzmasse der im Pleitedesaster geendeten „Alemannia Stadion GmbH“ für einen Euro übernahm.

Eine große Wahl blieb damals nicht, hatte man sich doch schon die Kredite für den Stadionbau auf die Schultern geladen. Wie bitter die Pille ist, belegt der Wirtschaftsplan der „Aachener Stadionbeteiligungsgesellschaft“ als städtische Stadionbetreiberin einmal mehr.

Rund 1,8 Millionen Euro müssen aus dem städtischen Etat zugeschossen werden, vieles am noch fast neuen Stadion ist schon marode und es gibt einige „Wundertüten“ in Sachen Sanierungsstau, deren Kosten noch nicht einmal eingerechnet sind. Das für knapp 50 Millionen Euro gebaute Stadion entpuppt sich mehr und mehr als faules Ei.

Um die Dimension der bitteren Pille zu verdeutlichen: Der Zuschussbedarf für den Tivoli beträgt 1,8 Millionen Euro, jener für die weiteren 39 Freiluftsportanlagen 887.000 Euro. Und wenn man da noch alle 93 Turn- und Gymnastikhallen dazunimmt, kommt man auf insgesamt 1,15 Millionen Euro. Unfassbar!

Dennoch: Lamentieren hilft nicht. Die Stadt muss jetzt in den sauren Apfel beißen – und sie wird das auf unabsehbare Zeit tun müssen.

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