Kommentiert: Es geht auch um die Ästhetik der Stadt

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Kommentiert: Es geht auch um die Ästhetik der Stadt

Ein Kommentar von Stefan Herrmann

Schlendern Sie abends lieber nochmal schnell übers Rathauspflaster, vom Katschhof kommend am Dom vorbei und genießen Aachens feines Altstadtflair. Denn allzu lange soll es nicht mehr so bleiben. Stück für Stück werden Plätze und große Verkehrsadern ebenso wie ruhige Straßen in Wohngebieten in weißes LED-Licht getaucht.

Eine Entwicklung, die einige sprichtwörtlich um den Schlaf bringt. Klar, die moderne Technik spart eine Menge Geld. Bis zu 70 Prozent Kostenersparnis sind möglich. Aber bei allen berechtigten Diskussionen um angespannte Haushalte und leere Kassen: Bedeutet das Leben in einer Stadt nicht noch ein gutes Stück mehr als eine reine Frage der Kosten? Ich möchte mich abends sicher fühlen in meiner Stadt. Dabei hilft Beleuchtung – egal, ob effizientes LED-Licht oder die bisher noch vorherrschenden Natriumhochdrucklampen.

Zweiter Punkt: Ich möchte mich wohlfühlen. Da spielt das grelle, so genannte neutralweiße LED-Licht aber nicht mit. Dabei gäbe es mit der warmweißen, eher gelblich scheinenden Variante durchaus einen vertretbaren Kompromiss. Argument von Stadt und Stawag gegen diese Lösung: weniger wirtschaftlich und in der Anschaffung teurer. Im Sinne der Stadtästhetik ist eine ergebnisoffene Diskussion aber dringend angeraten! Und dabei sollten die Parteien endlich Farbe bekennen.

Mit welchen Entscheidungen wird der Wohlfühlfaktor in Aachen mehr gestärkt? Mit teuren Bodenplatten bei Straßen- und Wegesanierungen? Mit überdimensionierten Fußgängerbrücken in abgelegenen Grünstreifenecken? Mit extravaganten Fassadengestaltungen bei Kita-Neubauten? Oder mit angenehm empfundener Straßenbeleuchtung für alle? Vielleicht geht dem ein oder anderen ja ein Licht auf.

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