Kommentiert: Die Aseag und das digitale Zeitalter

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Kommentiert: Die Aseag und das digitale Zeitalter

Ein Kommentar von Albrecht Peltzer

Den ersten Härtetest haben sie sozusagen unbeschadet überstanden, die Validatoren. Seit Schulbeginn werden sie dem Stresstest unterzogen. Für die Nicht-Spezialisten: Es geht um das „eTicket“ der Aseag im Allgemeinen und die Lesegeräte in den Bussen im Speziellen.

Nach ziemlich – sagen wir es einmal vorsichtig – holpriger Umstellung startet die Aseag jetzt in Sachen digitale Welt voll durch. „Neu einsteigen“ lautet der Slogan des Verkehrsunternehmens. Dazu wird dann der „Quick check-in“ erfunden, damit Erna Meiermann und Lieselotte Normalverbraucher auch ganz genau wissen, wo es langgeht. Ohne Ticket vorne einsteigen, mit „eTicket“ hinten. Und – bitte, bitte – das Ticket auch scannen lassen.

Soweit die Theorie. Der Praxistest am Montag zeigte, dass es Ticket und Validatoren mitunter schwer haben, zueinander zu finden. Weil kaum ein Mensch es für nötig hält, den elektronischen Fahrschein auch registrieren zu lassen. Was ihn darin bestärken mag, ist die einfache Tatsache, dass er das auch nicht braucht. Wer ein gültiges „eTicket“ nicht „validieren“ lässt, ist kein Schwarzfahrer! So schnell ist man am Ende der digitalen Welt angekommen. Vielleicht ist es ohnehin die bessere Wahl, auf das Einscannen des Tickets zu verzichten. Weil die Kundendaten nicht verschlüsselt sind und leicht per App ausgelesen werden können. In den Sozialen Netzwerken macht das Datenleck bereits seit einiger Zeit die Runde. Jetzt meldeten sich auch die Piraten, die die Segel gegen das „eTicket“ gehisst haben. Nicht „neu einsteigen“ lautet deren Credo, sondern „bitte aussteigen“ – aus der aktuellen digitalen Fahrkarte ...

Was für ein Theater, mag man da sagen. Nicht nur beim ÖPNV. Auch im realen Leben. Der Betriebsausschuss für das Theater hat dem gerne als Musentempel umschmusten Haus nun ein strengeres Spardiktat verordnet. Heftige Bauchschmerzen sollen die Damen und Herren Politiker gehabt haben. Warum eigentlich? Weil sie das tun, wofür sie gewählt sind? Verantwortlich Politik machen. Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass (fast) immer, wenn von Kultur und Förderung die Rede ist, das Theater und angeschlossene Baustellen gemeint sind. Dass (fast) nie oder zumindest viel zu selten über die so immens vielfältige und fälschlicherweise als frei bezeichnete Kulturszene Aachens geredet wird. Man könnte darüber ziemliche Bauchschmerzen bekommen, oder?

Die Woche in Aachen: Da nutzt OB Philipp den traditionellen Neujahrsempfang, um ein wenig Druck in Sachen Stadtentwicklung zu machen. Baustellen gibt es wahrlich genug. Eine ist ein wenig aus dem Blickfeld geraten: der Bushof, dieses architektonische Kleinod im Herzen der Innenstadt. Eine wirkliche Herausforderung für die Planer. Wir hoffen das Beste. In diesem Sinne: schönes Wochenende!

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