Kommentiert: Das große Rücken ...

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Kommentiert: Das große Rücken ...

Ein Kommentar von Albrecht Peltzer

Das Jahr beginnt mit dem großen Möbelrücken. Ein in seiner Art nie dagewesenes Projekt. Irgendwie blödsinnig, aber offensichtlich unvermeidlich. Stück für Stück verschwinden Aachens Bushaltestellen, um durch nagelneue und fast identische ersetzt zu werden.

In der Zwischenzeit stehen die Buskunden im wahren Wortsinn im Regen, der in dieser Jahreszeit nicht gerade unwahrscheinlich ist. Eine vertrackte Sache, die ihren Ursprung in alten Verträgen hat, die nun einmal Anfang des Jahres abgelaufen sind. Und da sich die Vertragspartner – Stadt Aachen und Stadtmöblierer Decaux – nicht mehr lieb haben, packt Decaux nicht die Koffer, sondern die Bushaltestellen ein. Fürs neue Mobiliar ist jetzt das Reclamebureau Limburg zuständig. Am besten kümmern die sich auch darum, dass die Aseag pünktlicher wird, das Fahrpersonal freundlicher und die Preise niedriger – dann macht das Möbelrücken doch erst richtig Spaß und Sinn, oder?

Wohnraum ist knapp in Aachen. Neuen zu schaffen ist eine zentrale Aufgabe der nahen Zukunft. Sagen auch Aachens Politiker, und man darf gespannt sein, welche Taten sie ihren Ankündigungen zum Jahresanfang folgen lassen werden. Erheblicher Nachholbedarf besteht vor allem im sogenannten „preiswerten Segment“. Denn Wohnraum ist nicht nur knapp, sondern auch teuer. Das zeigt der Blick auf den Mietspiegel, der in dieser Woche veröffentlicht wurde. Der Mieterschutzbund beschreibt die Situation als „extrem angespannt“. Die Preise steigen stetig, aber es gibt auf der anderen Seite auch Wohngebiete, in denen die Mieten relativ stabil geblieben sind. Zumindest eine kleine Beruhigungspille.

Dass man sich über Altkleidercontainer streiten kann, ist bestimmt nicht jedem bewusst. Aber: Es geht um viel Geld – und es geht um soziales Engagement. Und daher pochen die Sozialverbände darauf, ihrerseits Altkleider sammeln zu können. Das DRK hat jetzt gegen die Vergabe der Containerstandorte an einen gewerblichen Anbieter geklagt. Und kann sich da breiter Unterstützung selbst der Politiker sicher sein, die diese Vergabe beschließen mussten. Die Rechtslage lässt eine Bevorzugung der Verbände nicht zu. Noch nicht, muss man sagen. Denn das Thema beschäftigt jetzt auch die Bundesregierung. Der liegt ein Brief von Aachens Bundestagsabgeordneter Ulla Schmidt vor, in dem sie fordert, das Gesetz zugunsten der Sozialverbände zu ändern. Ach ja: Am Freitag teilte die SPD-Ratsfraktion mit, dass sie den Vorstoß ihrer Genossin begrüßt – guten Tag!

Die Woche in Aachen – da war noch viel von Ferienstimmung zu spüren. Dass das Vegla-Haus verkauft wurde und von Modernisierung bis Abriss alle Optionen bestehen, war noch eine der wenigen größeren Schlagzeilen. Ab nächste Woche wird sicher die Taktzahl erhöht. In diesem Sinne: schönes Wochenende!

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