Kommentiert: Bemühen reicht nicht

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Kommentiert: Bemühen reicht nicht

Ein Kommentar von Stefan Herrmann

Wir sprechen von Kindern, die ohnehin mit Beeinträchtigungen leben müssen. Sie brauchen Hilfe, und zwar von Fachleuten. Mal mehr, mal weniger. Sie sollen sich nicht als Außenseiter fühlen. Sie sollen Teil einer Gruppe sein.

All das steht hinter dem inklusiven Gedanken. All das zeichnet die Arbeit der Therapeuten und Erzieher in den insgesamt 20 integrativen Gruppen an städtischen Kitas aus. Was allen klar ist: So etwas kostet Geld.

Nur gewinnt man das Gefühl: Bezahlen will es irgendwie keiner. Der Landschaftsverband Rheinland nicht mehr (komplett), die Krankenkassen nicht in vollem Umfang und die Stadt eben auch nicht. Wenn man diese Rechnung lösen möchte, nimmt man die schwierigste Variable am besten einfach heraus: die fachliche Betrachtung, die den unbestrittenen Wert der Therapeutenarbeit für die Entwicklung der Kinder berücksichtigt.

Das tut die Stadt mit ihrem Vorschlag, der daher nur eine Seite beleuchtet: die der Kosten. Das ist einfach. Denn damit kommt man zu einem klaren Ergebnis: Das System ist für den städtischen Haushalt zu teuer. Also soll alles erst einmal eingestampft werden. Und dann, so heißt es in der Vorlage, „bemüht“ (!) sich die Stadt um ein neues Konzept.

Wohlgemerkt: Wir befinden uns im April 2017. Ab August müsste dieses neue Konzept greifen – das es offenbar noch nicht einmal in Ansätzen gibt. Nun im Schnellschuss also ein funktionierendes System zu begraben, klingt da geradezu fahrlässig. Die Leidtragenden wären nämlich vor allem die Kinder und ihre Familien, um die man sich bisher besonders bemüht hat.

Die Geldfrage darf daher nicht die einzige sein, die sich die Verantwortlichen stellen müssen. Es geht um mehr. Es geht darum, ein Klima zu schaffen, in dem Familien unterstützt werden. In dem Inklusion kein Lippenbekenntnis ist, um das sich lediglich bemüht wird.

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