Aachen - Komische Cowgirls und verlorene Mikros im Mörgens

Komische Cowgirls und verlorene Mikros im Mörgens

Von: Günter H. Jekubzik
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Fünf Jahre „Instant Music” - eine grandiose Erfolgsserie im Mörgens-Theater ist zu Ende. Immer ausverkauft, ein begeistertes Publikum und einmalige Begegnungen mit den Schauspielern des Theater Aachens, das war „Instant Music”.

Das Konzept war einfach: Zwischen ihren eigentlichen Auftrittsverpflichtungen übten wechselnde Künstler des Theaters schnell und schmerzlos ein musikalisches Programm zu einem bestimmten Thema ein. Da wurde zum Erfolg des Kinofilms „Brokeback Mountain” dem Country gefrönt, wobei Cowgirls umwerfend komisch den Ton angaben. Zur stillen Jahreszeit gab es mal laute, mal kitschige Weihnachts-Specials, die rührend „The Power of Love” erklingen ließen.

Man erhielt bei „Instant Music” für einen sehr freundlichen Eintritt von fünf Euro immer zwei schöne Erlebnisse zum Preis von einem: Erstens Schauspieler, die leidenschaftlich (sehr qualifiziert) Musiker geben. Was meist sympathischer, echter und energischer war als hauptberufliche Musiker, die Star spielen. Zudem war - zweitens - der arg kurzen Vorbereitungszeit zu danken, dass nie alles glatt ging. Mal ging ein Mikrofon verloren, später eine Textzeile oder auch ein Einsatz. Und dann lugte wunderbar spontan der Mensch hinter der Musiker-Schauspielerei hervor.

Ein junger Johnny Depp

Bei den vielen heißen Shows der „Instant Music” (mit eigener Band unter der Leitung von Malcolm Kemp als verlässlicher Konstante) lernte man so auf einzigartige Weise „seine” Schauspieler kennen und lieben. Auch bei der letzten Show kapierte man erst bei Oleg Zhukovs „In the Deathcar”, dass unser Theater einen jungen Johnny Depp in seinen Reihen hat. Thomas Hamm erwies sich mit einem umwerfenden Cover von Rainald Grebe („Ich bin der Präsident”) als der bessere Leit-Wulff. Der eingebildete Kranke Karsten Meyer rockte wieder sehr munter. Aber dass er besser als das Original Mick Jagger spielen und singen kann, wusste man ja schon seit seiner CD-Release-Party im Rahmen von „Instant Music”.

Wenn man dazu sah, wie engagiert selbst Praktikantinnen ihre Instrumente strichen, wünschte man ihnen eine „Instant-Festanstellung”. Doch nach dem sensationellen Höhepunkt mit der Schweizer „Instant Music” im Juni soll nun Schluss sein. Ein herber Verlust und der Wegfall einer ebenso einfachen wie lustvollen Eigenwerbung für das Theater.

So ergab sich für alle, die bei dieser letzten Show Gast sein durften, ein Abschied auch von vielen scheidenden Ensemble-Mitgliedern. Und niemand konnte die bitter-süße Stimmung besser intonieren als Stefanie Dischinger mit einem Nena-Simone-Klassiker: „It´s a new day, a new dawn and I am feeling good!” Ein „Gutfühl”-Abschieds-Abend mit viel Glück und einiger Trauer.
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