Aachen - Können Parteien bei den Schülern punkten?

Können Parteien bei den Schülern punkten?

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Wohnungsnotstand, Clubsterben, ÖPNV-Ausbau: Jugendliche des Pius-Gymnasiums fragen, Politiker antworten.

Aachen. Erster Gong, Ring frei: In der Ecke der Herausforderer stehen 23 Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Pius-Gymnasiums, in der anderen Ecke warten Aachens Kommunalpolitiker. In den vergangenen Wochen haben die 16- bis 18-Jährigen im Trainingscamp die Köpfe zusammengesteckt: Herausgekommen sind zahlreiche Fragen, die die jeweiligen Experten der im Rat vertretenen Parteien ab Samstag beantworten werden.

Doch wer austeilt beziehungsweise in diesem Falle Politikern schonungslos auf den Zahn fühlen darf, der muss auch einstecken können. Sprich: Die Gymnasiasten haben der AZ selbst Rede und Antwort gestanden. In einer nicht-repräsentativen, anonym vorgenommenen Umfrage ging es unter anderem um folgende Fragen: Gehen die Schüler überhaupt am 25. Mai wählen? Welche Themen brennen ihnen auf den Nägeln? Und wie sieht’s aus in Sachen OB-Kandidaten-Wissen?

In 29 Tagensind 195.000 Aachener aufgerufen, über Besetzung von Stadtrat, Bezirksvertretungen und Städteregionstag abzustimmen. Zudem wird die Oberbürgermeisterin oder der Oberbürgermeister gewählt. 11 900 Jung-Aachener dürfen erstmals zur Wahlurne schreiten. Die Pius-Schüler der beiden Oberstufenkurse geben in Sachen Wahl ein klares Votum ab: Alle wollen ihr Kreuzchen am 25. Mai machen. Ein erfreuliches Signal!

Auch die Schüler bekennen Farbe

Die AZ wollte mehr wissen: Was sind aus Sicht der Jugendlichen die wichtigsten politischen Themen in der Stadt? Vorgaben gab’s keine – entsprechend vielfältig die Antworten. Trotzdem: Unangefochten an der Spitze liegt die Verkehrspolitik mit dem Wunsch nach einem Ausbau des ÖPNV-Netzes (10 Nennungen), gefolgt vom Wohnungsnotstand mit Fokus auf bezahlbaren Wohnraum für Studenten (6). Darüber hinaus nannten die Schüler unter anderem folgende Themen: Kaiserplatzgalerie/Aquis Plaza (3), die angespannte Haushaltslage/Schuldenabbau (2) und die Luftverschmutzung in Aachen (2).

Interessant: Während bei den allgemein wichtigen politischen Themen das Kneipen- und Clubsterben nur ein Mal genannt wird, spielt es bei der Frage, was speziell für junge Menschen in Aachen getan werden sollte, eine deutlich wichtigere Rolle: Zehn Mal heißt es, dagegen müsse die Politik etwas unternehmen. Die Schüler wünschen sich insgesamt mehr Freizeitmöglichkeiten und Jugendveranstaltungen in der Stadt (9 Nennungen). Was folgt, sind die oben bereits genannten Themen: Das Verkehrsnetz – insbesondere Service, Pünktlichkeit und Anbindung der Aseag-Busse – muss laut der Jugendlichen deutlich verbessert werden (8); ebenso ein Dauerbrenner bei den Jugendlichen ist die Forderung nach günstigen Wohnungen für junge Menschen in der City (3).

Spannung ist garantiert

Spannung verspricht abschließend der Blick auf den Bekanntheitsgrad der Oberbürgermeister-Kandidaten unter den Pius-Schülern: Alle 28 Umfrage-Teilnehmer kennen den CDU-Kandidaten für den OB-Posten, Marcel Philipp. Bis auf einen/eine Schüler/in weiß der Rest auch, dass Philipp als Amtsinhaber im Rathaus sitzt. Danach rauscht die Bekanntheitsgrad-Kurve in den Keller: Den OB-Kandidaten der SPD, Björn Jansen, kennen immerhin noch 16 Schüler, doch sowohl bei Gisela Nacken (OB-Kandidatin der Grünen), Wilhelm Helg (FDP) sowie Leo Deumens (Die Linke) müssen die Gymnasiasten passen. Jedoch soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden: OB Philipp hat als ehemaliger Pius-Schüler klaren Heimvorteil an der Eupener Straße. Trotzdem: Die Herausforderer scheinen sich schwer zu tun, überhaupt ein Fünkchen Aufmerksamkeit von den jungen Menschen zu erhalten.

Erste Frage an die OB-Kandidaten

Doch spätestens heute wissen alle Schüler, wer für welche Partei ins OB-Rennen geht. Denn zum Auftakt der Serie hat sich die AZ für die Frage des 18-jährigen Julian Beck Teran entschieden. Und er wollte wissen: Mit welchem Konzept, mit welchem politischen Programm treten die acht Oberbürgermeister-Kandidaten jeweils an? Die Antworten lesen Sie hier.

Insgesamt haben die Pius-Schüler in den vergangenen Wochen 17 Fragen zusammengetragen. In den kommenden 29 Tagen bis zur Wahl am 25. Mai wird die AZ die weiteren Fragen der Schüler des Pius-Gymnasiums aus den Themenbereichen Schule, Entwicklung der Innenstadt, Zukunft des ÖPNV in Aachen oder Wohnraummangel von den jeweiligen Experten der Parteien beantworten lassen.

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