Königsweg für Zukunft des Schlossweihers noch nicht gefunden

Von: Günther Sander
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Richterich. Gleich mehrfach hatten es die verantwortlichen Behördenvertreter auf die Medien abgesehen. Offenbar wird es von amtlicher Seite als übertrieben angesehen, was über die Vergiftung des Richtericher Weihers an Schloss Schönau und die Belastung mit Bakterien berichtet wurde.

Das wiederum schmeckte den Bürgerinnen und Bürgern nicht, die am Dienstag zur ersten Bürgerinformation zu diesem Thema gekommen waren. Zur Erinnerung: Seit Anfang Juli sind dutzende Enten, Schwäne und Fische dort verendet.

Mehr Information gewünscht

Im Gegenteil meinten die Bürger, man müsse den Medien dankbar sein, dass sie mehrfach über die „gefährliche Giftgeschichte” im Schlossweiher berichtet hätten. „Vom Bezirksamt ist nichts gekommen, ich hätte mir mehr präventive Informationen gewünscht”, so ein Bürger in Richtung Bezirksamtsleiterin Yvonne Moritz. Wenn man kleine Kinder habe, würde man sich schon Gedanken machen. Das Bezirksamt jedenfalls habe „keine gute Rolle” gespielt. Das sah die Amtsleiterin anders: „Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, keine Panik verursacht zu haben.”

„Keine Gefahr für Menschen”

Dr. Peter Heyde (Leiter des Veterinäramtes der Städteregion) und Walter Goffin (Leiter der Unteren Wasserbehörde beim Umweltamt der Stadt) hatten die Verursacher für die Missstände ausfindig gemacht: zu viel Schlamm im Weiher, verursacht auch durch Laub, Sauerstoffarmut und die Fütterung der Enten. Die „Giftgeschichte”, hat bis heute für viele Ungereimtheiten gesorgt. Heyde und Goffin sehen derweil keinerlei Gefahr für die Menschen.

Ähnliche Probleme habe mit Sicherheit damals der Schlossherr auch schon gehabt. Zu wenig Sauerstoff im Wasser, zu hohe Temperaturen (über 20 Grad im September seien ungewöhnlich, hieß es), da werde es schwer, eine passende Diagnostik zu erstellen. Wichtig sei ein Überdenken, wie man präventiv mit dem Wasser umgehen könne. Als ergänzende Maßnahmen empfahl Walter Goffin eine Verkleinerung der Wasserfläche. Gezielt etwas zu unternehmen, sei aber nicht einfach. Er bat die Bevölkerung um etwas Geduld, niemand wolle, dass Tiere verenden.

Vor Beginn der Veranstaltung sagte Rita Klöges vom Presseamt unserer Zeitung, aktuell seien erneut eine Ente und einige Fische verendet. Ansonsten habe die Analyse der Wasserproben aus dem Weiher im Robert-Koch-Institut in Berlin ergeben, dass eine Gefährdung für die Bevölkerung weder vom Weiher noch von dessen Wasser ausgehe. Ähnlich äußerten sich auch Heyde und Goffin.

Der Verdacht, dass das Botulinium-Bakterium und das durch dieses Bakterium gebildete Botulinium-Toxin für den Tod der Tiere verantwortlich seien, habe nach Untersuchungen zunächst nicht erhärtet werden können. Aller Wahrscheinlichkeit nach habe aber dieses Gift den Tod der Tiere verursacht.

Feuerwehr sprüht weiter

Die Feuerwehr werde weiterhin täglich Proben aus dem Weiher nehmen und im Robert-Koch-Institut untersuchen lassen. Außerdem werde in bestimmten Abständen Wasser in den Weiher gesprüht, um somit den Sauerstoffgehalt zu erhöhen und das Teichmilieu zu verbessern.

Die Bürger berichteten, dass auch in all den Jahren zuvor die Tiere immer schon gefüttert worden seien. Das Wasser sei nie sauberer als derzeit gewesen, und dennoch verendeten die Tiere. Das habe man früher nicht feststellen können. Zwischenzeitlich seien an der Schönauer Allee gar tote Kaninchen gefunden worden. Peter Heyde glaubt jedoch nicht, dass das etwas habe mit der „Weihergeschichte” zu tun hat.

Yvonne Moritz verwies auf die Sitzung der Bezirksvertretung am 31. Oktober, wo das Thema ausführlich behandelt werden soll und neue Erkenntnisse vorliegen würden. Am Mittwoch um 18 Uhr tagt die Bezirksvertretung ebenfalls in Schloss Schönau. Möglicherweise wird der Fall in der Bürgerfragestunde thematisiert. Und am Donnerstag um 19 Uhr trifft sich di neu gegründete Bürgerinitiative zu diesem Thema auf dem Rathausplatz. Es geht nicht nur um den aktuellen Vorfall, sondern auch um Maßnahmen für die Zukunft, die angemahnt werden.
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